Wahlspruch: Was wir nehmen, wahren wir
Wappen: Auf Rot eine silberne Eule über silbernem Schildfuß mit drei schwarzen Spitzen.
Gründung: in Weiden um 500 BF
Oberhaupt: Bärfried von Sunderhardt
Verbreitung: Sichelwacht
Kurzprofil: In grauer Vergangenheit naturverbunden und distanziert - gegenwärtig standesbewusst, aufsässig, aber rondrafromm. Gilt als eines der Raubrittergeschlechter in der Roten Sichel.



Familie Sunderhardt - Die Aufsässigen

“Zur Zeit als Herdan von Weidenau die schönen Weidener Lande regierte, herrschte dort, wo heute die Höhlenburg Tatzelschlund liegt, ein mächtiger Tatzelwurm. Auf den Bergen rings um seinen Hort wohnten Menschen. Wehe aber, wenn sie selbst oder eines ihrer Tiere sich in seine Nähe verirrten – sie kamen nicht mehr zurück. Das Ungeheuer lag dort versteckt und verschlang alles Lebendige. Niemand wagte sich in seine Nähe, kein Hirte getraute sich mehr, auf “seinem” Berg nach einem verlorengegangenen Stück Vieh zu suchen. Selbst die tapfersten Männer fürchteten sich vor dem dumpfen Heulen, das aus seiner Höhle drang. Zwei mutige Recken aus dem Norden mochten sich dies lästerliche Gebaren der Höllenkreatur nicht länger ansehen und gingen mit der Götter Segen ans Werk. Sie banden einen fetten Stier an eine lange Kette an der ein Widerhaken befestigt war und versteckten sich unweit der Höhle des Wurms. Das Brüllen des gefesselten Stieres hallte über das Tal und lockte das Ungetüm hervor. Schon von weitem hörte man es kommen. Langsam, beinahe träge, bewegte es sich auf sein leichtes Opfer zu. Den Leib mit großen Schuppen bedeckt, im schnaubenden Rachen drohten furchtbare Zähne. Mit seinen Krallen stürzte sich das Untier auf den zitternden Stier und begann ihn zu verschlingen. Da blieb es am Widerhaken hängen und wie ein Fisch an einer Angel schlug es mit dem riesigen Schwanz um sich. Es war umsonst; je heftiger der Wurm an der Kette zerrte, desto tiefer grub sich das Eisen in das Fleisch seines Rachens. Er kam nicht mehr los und die beiden mutigen Recken konnten die Kreatur mit ihren gesegneten Schwertern erschlagen ...”
- die Mär von Melchert und Tannjew, gehört in einer Schenke, neuzeitlich

“Sunderhardt? Renitentes Gesindel. Verschont mich damit ...”

Die kleine und unbedeutende Hahnfelser Familie derer von Sunderhardt mag man vor allem als Gefolge der Barone von Hahnfels verorten. Einst als Drachentöter gefeiert, später für ihren Silberreichtum bewundert und am Ende als Raubritter gefürchtet, machte die Familie über die langen Jahre ihrer Existenz manch Veränderung durch. Zwar schaffte man es sich rechtzeitig so weit von seinen Lehnsherren zu entfernen, dass die Reichsacht gegen die Hahnfelser Barone einen selbst nicht traf - böse Zungen würden in diesem Zusammenhang einwerfen, dass die Familie dafür einfach zu unwichtig war um ins Bewusstsein des Reichsgerichts zu gelangen -, doch haben die Sunderhardter in der Mittnacht über die letzten Generationen alles an Kredit verspielt, den sie sich über Jahrhunderte aufgebaut hatten. Nur sehr langsam scheinen die letzten Angehörigen dieses alten Hauses das Blatt wieder etwas wenden zu können.

Stammsitz:
Wehrgut Dragenwaht, Junkergut Uhlengrund

Herzbaum:
Rottanne

Schutzpatrone:
Rondra

Einfluss:

Gering

Zusammenhalt:
Eng

Lehen und Besitzungen:
Junkergüter: Uhlengrund
Sonstiges: Wehrturm Dragenwaht


Herkunft des Namens:

Die genaue Herkunft des Namens liegt im Dunklen, auch ist nicht vollends klar, wie lange die Familie vor der Ankunft Tannjews vom Sunderhardt in der Mittnacht existierte. Der Name Sunderhardt setzt sich aus den altgarethischen Worten “sunder”, was so viel bedeuten kann wie ´abgesondert´ und der Bezeichnung “Hardt” für einen ´Bergwald´ oder ´bewaldeten Hang´ zusammen. Sunderhardt lässt sich demnach mit den Worten ´abgesondeter Bergwald´ beschreiben, was jedoch keinen wirklich konkreten Schluss auf die ursprüngliche Herkunft der Familie zulässt.


Familiengeschichte:

Die kleine Adelsfamilie Sunderhardt stammt vom Helden Tannjew vom Sunderhardt ab, welcher 520 BF zusammen mit Melchert dem Silberfinder einen gefürchteten Tatzelwurm in der Roten Sichel erschlug. Woher genau Tannjew stammte, ist nicht überliefert, doch lässt der Vorname auf das heutige Bornland schließen. Der Familienname Sunderhardt, oder vom ´abgesonderten Bergwald´ lässt darüber hinaus vermuten, dass sie dort eventuell ebenfalls belehnt waren und es erklärt, warum die Familie in Weiden über die ersten Generationen vor allem den Ruf genossen hat, besonders naturverbunden und dem geselligen Leben weitgehend entsagend aufzutreten.
Heute will man eben davon nichts mehr wissen, doch erfüllt es Angehörige der Familie mit großem Stolz, dass sich ihre Linie in dieser unwirtlichen Gegend über Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. Die schon bald sehr rondrafromme Familie Sunderhardt brachte in ihrer Geschichte einige kampfstarke und schlaue Recken hervor. Ihr Blut mag sich in manchen der stolzen Sichelwachter und südbornischen Geschlechter finden und dennoch ist die Familie die letzten Jahrzwölfte auf wenige Mitglieder zusammengeschrumpft – auch weil sie sich mit den geächteten Räuberbaronen von Hahnfels ihren Henker selbst aussuchten. 
Bedingt durch das Versiegen der ertragreichen Silberminen im Jahr 875 BF folgten die Herren von Uhlengrund den Hahnfelsern in die Raubritterschaft, um ihren Lebensstandard weiter halten zu können. Lange Jahre zogen die Sunderhardter Seite an Seite mit den Baronen raubend durch die Lande. Mit dem Raubrittertum verlor die Familie zwar viele Angehörige und ihren guten Ruf, doch nie ihre Ehre und ihren Bezug zu den rondrianischen Idealen. So ist sie sich nicht zu schade, selbst “feindlichen” Familien gegen den Rotpelz beizustehen. Auch werden gegebene Versprechen gehalten und Geiseln von Stand gut behandelt und bewirtet.


Die Familie heute:

Die Familie befindet sich schon sehr lange auf dem absteigenden Ast und als der Junker Orschin beim Goblinfeldzug starb, seine Tochter ihr Leben als Friedgeisel des Margrafen Ralmir von Zornbrecht-Hauberach und später des Grafen Bunsenhold zur Sichel zubrachte und der Erstgeborene noch nicht einmal seine Knappschaft beendet hatte, musste man um das Fortbestehen des Hauses fürchten. Gegenwärtig scheint sich die Familie wieder etwas erholt zu haben, was man vor allem dem klugen Auftreten Injas verdanken mag; nicht nur schaffte sie es die Abgesandte eines Baronshauses der Heldentrutz auf Burg Aarkopf so sehr zu beeindrucken, dass sich deren Neffe unter Stand begab und sie ehelichte - die überaus kluge junge Frau sorgte auch dafür, dass ihr umtriebiger Bruder Bärfried eine enge Freundin und Bezugsperson aus Salthel heiratete, die positiv auf den Junker einwirkt und ihm bereits einige Kinder geschenkt hat. So scheint die Zukunft des Hauses gesichert und Inja arbeitet in ihrer neuen Aufgabe als Truchsessin Weidenhags daran, dass der Name Sunderhardt zukünftig wieder einen besseren Klang in den Ohren der Weidener haben mag.



Familienwaffe:

Seit Tannjew wird das Schwert Sigrune vom jeweiligen Familienoberhaupt der Sunderhardts getragen. Der Name leitet sich von "Siegesrune" ab, was sich auf die runenartigen Ornamente auf Fehlschärfe und Parierstangen bezieht. Das Stück scheint sonst nicht überaus besonders zu sein, doch kursieren gar wilde Geschichten über die Herkunft der Waffe; nicht selten behauptet man voll Stolz, dass das Schwert einst in Drachenfeuer geschmiedet worden sei - dass es sich beim erlegten "Drachen" um einen Tatzelwurm handelte, der kein Feuer speit und sowieso schwerlich als Drache bezeichnet werden sollte, ist in Weiden jedoch nicht vielen Menschen bekannt. In anderen Lesarten heißt es wiederum, dass es sich bei Sigrune um das Schwert einer Alhanischen Königin handelte, das von Tannjew aus dem Hort des Tatzelwurms erbeutet wurde. Es besteht - trotz all der fantastischen Geschichten - jedoch eher der Grund zur Annahme, dass Tannjew, oder ein anderes Familienoberhaupt Sigrune schmieden ließ und sich dann kreativ betätigte, um das unspektakuläre Stück etwas aufzuwerten. Beweisen lässt sich gegenwärtig dennoch keine dieser Thesen.

 

Stammtafel:

Bedeutende Familienmitglieder der Vergangenheit:
Tannjew vom Sunderhardt: Familienbegründer in Weiden, Waffenbruder Melchert des Silberfinders


Wichtige Familienmitglieder der Gegenwart:
Bärfried von Sunderhardt: Familienoberhaupt (geb. 1010 BF), Junker von Uhlengrund, Raubritter in der Roten Sichel
Inja von Sunderhardt: (geb. 1014 BF), Truchsessin von Weidenhag
 
 
Stammtafel der letzten Generationen der Familie:

Das Familienoberhaupt und seine Familie, 1048 BF