Sichelwacht

Die Sichelwacht für den eiligen Leser

Herrscher: Bunsenhold von Wolkenstein und Wettershag
Wappen: Auf Gold ein blauer Wolf
Einwohner: 24.000
Sitz des Grafen: Burg Aarkopf in Gräflich Salthel
Wichtige Orte: Braunsfurt, Rathila, Salthel, Zollhaus
Tempel: Praios, Rondra, Efferd, Travia, Boron, Hesinde, Firun, Phex, Peraine, Ingerimm, Rahja
Garnison: Ein Dutzend 'Ritter der Sichel' (Gräfliche Ritter), Drei Rotten Aargengarde und ein Dutzend 'Rotröcke' (Gräfliche Garde) auf Grafenburg Aarenstein
Landschaften: Tiefe Mark, Drachenpforte, Rote Sichel, Schwarze Sichel, Drachensteine
Wege: Alte Paßstraße (Ingerimms Steg - Zollhaus- Dunkelbrunn - Sinopje), Sieben-Baronien-Weg (Salthel - Zollhaus - Tiefenfurt - Birken - Drachenzwinge), Uhdenberger Weg (Trallop - Rathila - Sinopje - Uhdenberg; in Uhdenberg wird dieser Weg ab Sinopje 'Festungsweg' geheißen)
Helden: Beon von Angbar (Ingerimm-Geweihter und Schmiedemeister), Orgrimm (Ifirn-Heiliger, Schutzpatron gegen Wolfsplagen)
Talismane: Die "Beonsschneide", das verschollene Schwert des Grafenhauses
Besonderheiten: Altenforst, Braunenklamm, Travienbrücke, Turm Dragentodt, Wüstenei

GEOGRAPHSCHES

Die Grafschaft Sichelwacht ist fast ganz von natürlichen Grenzen umgeben. Zum Westen, nach Bärwalde und Baliho hin, bilden Neunaugensee, Pandlaril und Braunwasser eine klare Linie, zum Süden, nach Baliho und Tobrien hin, stehen Schwarze Sichel und Drachensteine, in Richtung Norden, zu den freien Landen hin, sorgt der Rathil für Schutz. Durch eine schmale Schneise zwischen Roter Sichel auf der einen und Schwarzer Sichel und Drachensteinen auf der anderen Seite, kann man den Osten Weidens im Grunde nur auf dem Weg ins Bornland ohne größere Hindernisse durchqueren --- und am Ende dieser Reise wartet die Reichsgrenze, an der menschliche Wächter stehen.

In weiten Teilen der Sichelwacht herrscht die Wildnis, denn bislang ist es den Menschen hierzulande nicht gelungen, sie zu bezwingen oder auch nur ansatzweise zu zähmen. Folgerichtig finden im Osten der Bärenlande, vor allem natürlich im Hochland, nur jene Bewohner ein Auskommen, die sich mit den Regeln der undurchdringlichen Wälder, schroffen Berge und reißenden Flüsse wenigstens halbwegs arrangieren können. Was das bedeutet ist klar: Kulturland ist in der Sichelwacht rar gesät. Wobei hier natürlich nicht alles über einen Kamm geschoren werden sollte. Also der Reihe nach.

Die reichsten Böden, das wertvollste Vieh und die dicksten Bauern gibt es im Westen der Grafschaft, der sogenannten Tiefen Mark. Sie erstreckt sich vom Rathil entlang des Neunaugensees, des Pandlarils und Braunwassers und ist der Roten Sichel sozusagen vorgelagert. In ihr liegen die Baronien Fuchshag, Herzoglich Altentrallop, Herzoglich Mauterndorf und Östlingen --- den Westen von Beonspfort und den nördlichen Teil von Gräflich Salthel kann man mit kleinen Abstrichen auch noch dazu zählen. In diesem Teil der Sichelwacht herrschen nahezu "balihosche Verhältnisse". Hier wird viel Getreide angebaut und es gibt genug Platz für die Zucht von Rindern und Pferden, dem edelsten Vieh, das Weiden zu bieten hat. Daneben versorgen Flüsse und See die Bewohner mit ihren Schätzen.

Schon nicht mehr ganz so komfortabel lebt es sich in der Drachenpforte. Das ist besagte Schneise zwischen Roter Sichel und Schwarzer Sichel sowie Drachensteinen. In ihr befindet sich die sogenannte Wüstenei, die für den Niedergang der Baronien Ingerimms Steg und Uhdenwald gesorgt hat. Schroffenfels, Drachenstein und Rotenforst lauten die Namen der weiteren Lehen hier. Ähnliche Verhältnisse --- nur auf der anderen Seite der Roten Sichel --- herrschen in Adlerflug. Das Land in der Pforte liegt teils in der Ebene, teils in den Ausläufern der umgebenden Gebirge. Das ein oder andere Rind oder Ross mag man hier noch sehen, aber je höher das Land, desto kleiner die Tiere: Schafe, Ziegen und Schweine kommen häufiger vor. Die meisten Menschen leben in der vom sagenumwobenen Altenforst dominierten Gegend eher von Wald- als von Landwirtschaft und wo die ganz Viehzucht versagt, besinnen sie sich auf die Jagd und das Handwerk.

Das gilt noch ausgeprägter für das Sichelwachter Hochland, in dem die Baronien Zollhaus, Herzogenthal, Schwarzenstein und Hahnfels liegen. Weite Felder und Wiesen sucht man hier vergebens, dafür ist das Hochland das Zugpferd des gepriesenen Handwerks in der Grafschaft. Hier sitzen Gerber, Kürschner, Tischler, Holschnitzer, Steinmetze, Gemmenschleifer und Meister vieler anderer Gewerke und sorgen dafür, dass der Herr Ingerimm zu seinem Recht kommt. Tatsächlich leben in der Roten Sichel viele arme Schlucker, es wäre aber auch hier ein Fehler, zu verallgemeinern. Denn wer sich vor wagt, kann dem kargen Boden manchen Schatz abringen. So haben es beispielsweise die Barone von Zollhaus mit ihren Minen zu für Weidener Verhältnisse fast schon sagenhaftem Reichtum gebracht.

Die verschiedenen Lebensräume in der Sichelwacht sind damit abgegrast. Um dem Eindruck vorzubeugen, dass in der Grafschaft nur Menschen leben, sei aber noch einmal betont: Die Natur --- und mancherorts der Goblin als weiteres kulturschaffendes Volk --- ist in dieser Region Weidens absolute und in vielen Bereichen vollkommen unangefochtene Herrscherin. Je weiter der Reisende hierzulande nach Osten oder nach oben kommt, desto spärlicher ist das Land besiedelt. Dörfer und Gehöfte sind winzigkleine Inseln der Zivilisation in einem schier endlosen Meer aus Wald und Bergen, das zu allem Überfluss auch noch von zahllosen Kreaturen bevölkert wird, denen allein eigentlich niemand gegenüberstehen will. Schon gar nicht unbewaffnet.

GESCHICHTLICHES

Die Geschichte der Sichelwacht weist viele dunkelgraue bis tiefschwarze Flecken auf. Über weite Strecken ist sie noch schlechter dokumentiert als die der Grafschaften Baliho und Bärwalde, was nicht zuletzt daran liegt, dass der wilde Osten der Mittnacht lange Zeit --- eigentlich noch heute --- sehr stiefmütterlich behandelt wurde. Als wunderbarer Beleg dafür mag ein Zitat Kaiser Rohals dienen. Es stammt aus jener Zeit, in der er die Geschicke der Bärenlande nach den Schrecken der Priesterkaiserzeit neu zu ordnen versuchte, und lautet zuverlässigen Quellen zufolge so:

»Darum wird die Grafschaft Mentsheim und die Fogtei Baliho zur reichen Grafschaft Baliho zusammengetan, wie auch aus den irgendwas für Landen unt soweiter die Graffschaft (halten zu Gnaden, Herr Schreiber, ich hab' vergessen, was für eine) unt aus vielen anderen Sachen die Grafschaft Beerwald hervorgehen möge. Unt all das soll nu Herzogtum Weiden heißen, nach den Leuten, denen ich --- also der lieber Herr Kaiser --- die Herzogenfürde uf die kommenden Götterläufe wegen meinem Amte antrage: nahmlich dem edlen Haus von Weiden.«

Die "irgendwas für Lande und so weiter" werden zur "Ich hab's vergessen"-Grafschaft. Das ist die Sichelwacht. Wenn Rohal der Weise mit seiner bestechenden Geistekraft schon Probleme hatte, kann man wohl von niemandem anders erwarten, es richtig zu erinnern. Um Missverständnissen gleich an dieser Stelle vorzubeugen: Bis zur Zeichnung der Ochsenbluter Urkunde 1028 BF war die Sichelwacht mitnichten eine normale Grafschaft, sondern wegen ihrer enormen strategischen Bedeutung eine Reichsmark. Von der Kapitale Salthel aus wachten die Reichsverweser über die Grenze zum Bornland im Osten, über die zu den freien Landen im Norden und später auch zu Tansysilien im Süden.

Wann die Lehen der Sichelwacht zum ersten Mal zu einem Ganzen zusammengefügt wurden, geht aus der "Schrift der Herzöge" relativ genau hervor: Grifo der Junge, der von 319 bis 347 BF in Weiden herrschte, hat es demnach als Erster gewagt, mit seinem Heerhaufen "zu den Sicheln" zu reiten. Anschließend überantwortete er alles Land dort einem Grafen und schuf damit die dritte und jüngste Grafschaft in seinem Herzogtum. Allerdings hatte die nicht lange Bestand, denn einige Jahre später überschlugen sich mit der Enthauptung Grifos und der Machtergreifung der Praioskirche die Ereignisse in der Mittnacht --- und wer auf der Grafenfeste Aarkopf in Salthel heute tief genug gräbt, dem mag der Verdacht kommen, dass es niemals so weit gekommen wäre, wenn der junge Herzog das altehrwürdige Geschlecht derer von Salthel bei der Vergabe der Grafenkrone nicht einfach übergangen hätte.

Dass die Sichelwacht schon lange vor Grifos Herrschaft bewohnt war, sich dort auch Adelige niedergelassen hatten und Baroniesgrenzen abgesteckt worden waren, ist kein Geheimnis. In Dokumenten aus dem Jahr 29 v BF wird zum ersten Mal ein Baron von Salthel erwähnt, 168 BF ehelichte der greise Herzog Thordenin VI. eine gewisse Perchtruda von Salthel und 347 BF taucht wieder ein von Salthel in der Geschichte der Mittnacht auf: Der Tralloper Praioshochgeweihte Eudo von Salthel nämlich, der Herzog Grifo an den Marschall der Sonnenlegion verriet und danach selbst zum Herzogen-Bewahrer in Trallop wurde. So saß ein Adelsgeschlecht aus der Sichelwacht sogar einst auf dem Herzogenthron in Trallop. Allerdings in einer der von den Weidenern am meisten gehassten Epochen, was den Sichlern nicht gerade zur Ehre gereicht.

Unter Rohal dem Weisen lebte die Grafschaft Sichelwacht schließlich wieder auf --- allerdings in leicht chaotischer Form, denn der "liebe Herr Kaiser" drückte sich in seinen Erlassen nicht sonderlich konkret aus (siehe das Zitat weiter oben). Der von Grifo dem Jungen berufene Graf und seine Familie waren in der Zeit der Priesterkaiser durch die von Salthels ausgelöscht worden und diese wiederum hauchten nach dem Ende der Priesterkaiser durch das Wirken des einfachen Volks ihr Leben aus. Dadurch entstand ein Machtvakuum, in das viele Interessenten vorstoßen wollten.

Wer fleißig sucht, wird zum Beispiel Belege dafür finden, dass ein gewisser Marschall Sighelm von Triggenfels um 696 BF wünschte, er würde zum Herrn einer Markgrafschaft Sichelwacht gemacht. Leider verschwand er bei dem Versuch, sich durch die Jagd auf einen Drachen für dieses Amt zu empfehlen. So erreichte ihn die Antwort seines Herzogs Tsadan von Weiden nicht mehr, in der jener versicherte, er werde vom "edlen Kaiser erbitten", dass Sighelm sich auch ganz ohne Drachentöten "Richsmarckherre" nenne dürfe, wenn er denn so viel Wert darauf lege.

Ob 696 BF dennoch jemand in Gareth vorsprach oder nicht, bleibt unklar. Klar ist hingegen: In Dokumenten zu den Ersten Weidener Unruhen um 969 BF ist von den Grafschaften Baliho und Bärwalde die Rede und von "den Marken zur Sichelwacht". Irgendwann zwischen Tsadan von Weiden und Wallfried III. von Löwenhaupt muss also geschehen sein, was Sighelm von Triggenfels seinerzeit so dringend ersehnte. Nota bene: In der Reichsgrundreform unter Kaiser Reto wurden die Reichsmarken Sichelwacht und Obertobrien 982 BF zur Reichsmark Sichelwacht zusammengelegt. Bis dahin verlief die Grenze der Ersteren auf Höhe von Turm Drachentodt in der Baronie Ingerimms Steg.

Abgesehen von einem kurzen und leider ziemlich unschönen Ausflug in die Politik des Herzogtums sind die Bewohner des Weidener Ostens meist für sich geblieben. Bei Kämpfen in Orkkriegen und diversen Goblinstürmen sowie gegen Drachen und die Schrecken der Wildnis blieb ihnen auch wenig Zeit, den Blick auf andere Grafschaften zu richten. Zuletzt hatten die Entsteheung der Wüstenei und eine Vampirplage rund um die Erhebung Borbarads viel Aufmerksamkeit vom Sichler Markverweser Ralmir von Zornbrecht-Hauberach gefordert. Das war bevor der arme Mann blutig gemeuchelt wurde --- also wenige Tage vor seiner Erhebung in den regulären Grafenstand, wie es in der Ochsenbluter Urkunde vereinbart wurde.

Direkter Nutznießer des Mordanschlags ist Bunsenhold von Wolkenstein und Wettershag. Der erste legitime und unumstrittene Graf der Sichelwacht seit der Priesterkaiserzeit wird von "seinem" Adel und dem einfachen Volk ungefähr ebenso so heiß geliebt und inniglich verehrt wie dereinst die Familie von Salthel. Das lässt für die Zukunft zwar nichts Gutes erahnen, der Kreis aber scheint sich damit immerhin zu schließen.

In komprimierter Form sind einige der hier bereits erwähnten und darüber hinaus noch weitere markante Daten aus der Sichelwachter Geschichte an dieser Stelle aufgeführt.

POLITISCHES

Text folgt

RELIGIÖSES

Text folgt

KULTURELLES

Text folgt

MAGISCHES

Text folgt

DIE WICHTIGSTEN PERSÖNLICHKEITEN

Text folgt