Reichsend und Schneehag, Tsa 1046 BF

Schlimme Kunde aus der Grafschaft Heldentrutz: Nach Informationen des FANTHOLI ist Baron Firian Böcklin von Buchsbart zu Schneehag von einem Kampf gegen Orks im Finsterkamm nicht wieder auf die heimische Burg Fîrnhag zurückgekehrt. Damit jedoch nicht genug: Selbiges gilt für einen Großteil der wohl rund 50 Männer und Frauen, die ihn bei einem Vorstoß tief ins Gebiet der Schwarzpelze begleitet hatten. Nach Angaben des Grafenhofs in Reichsend ist der Tod der meisten dieser wackeren Streiterinnen und Streiter mittlerweile bestätigt, das Schicksal des Barons aber nach wie vor unklar – seine Leiche konnte nicht geborgen werden.

Wie Reichsend weiter mitteilt, war der Böcklin mit seinem Trupp nicht etwa ausgerückt, um einen Turm der Finsterwacht zu entsetzen oder in Gefahr geratene Vasallen vor Angriffen der Orks zu retten, sondern seinerseits der Aggressor: Wie schon einmal im Jahr 1045 BF soll er einen Ausfall in den Finsterkamm befohlen haben, um den Kampf zum Feind zu tragen. Im vergangenen Jahr gelang es ihm offenbar, eine ganze Sippe Gharrachai bei einem solchen Angriff auszulöschen. Diesmal war er wohl auch wieder erfolgreich, geriet auf dem Rückweg jedoch in den tödlichen Hinterhalt einer erdrückenden Übermacht.

Graf Emmeran von Löwenhaupt hatte schon nach dem letzten Unterfangen dieser Art mit einer scharfen Rüge reagiert, da der Böcklin seinen Angriff auf den Ork ohne Rücksprache und auch ohne Rücksicht auf mögliche Folgen vornahm – und zudem der Verdacht im Raum stand, dass die Kampfhandlungen gar nicht auf Schneehager Hoheitsgebiet, sondern vielmehr in der Baronie Nordhag stattfanden. Baronin Leudane von Finsterkamm soll sich über diese Anmaßung beklagt und darauf hingewiesen haben, dass sie Bewohner ihrer Siedlungen nicht vernünftig vor Racheaktionen der Orks beschützen kann, wenn sie nicht im Vorfeld wisse, dass diese drohen.

Der Graf zitierte den Böcklin daraufhin nach Reichsend und untersagte ihm weitere Alleingänge dieser Art strengstens. Es sei nicht hinzunehmen, dass ein einzelner Baron derartigen Einfluss auf die Lage in der gesamten Heldentrutz nehme – allzumal ohne Grafen und Wachtgrafen zuvor in Kenntnis zu setzen. Es dürfte daher wenig verwunderlich sein, dass Herr Emmeran nach dem neuerlichen Vorfall einen seiner gefürchteten Wutanfälle erlitt. Offenbar zeigte er wenig Interesse für das mögliche Dahinscheiden eines seiner Barone und ließ sich mehr darüber aus, dass es dem „hirnverbrannten Scheißkerl“ gerade recht geschehe, nachdem er schon wieder Befehle missachtet habe.

Die Geduld des Löwenhaupters scheint nun auch endgültig erschöpft: Es heißt, er habe die Baronsgemahlin von Schneehag, Adaque von Mersingen, informiert, dass er ihren Mann für tot erklären wird, wenn seine Leiche nicht bis Praios 1047 BF gefunden, oder er am Grafenhof vorstellig wird, um sich für die neuerliche Zuwiderhandlung zu rechtfertigen und eine angemessene Strafe zu empfangen.

Gerüchten zufolge wird es dabei aber womöglich nicht bleiben: Obwohl Firian Böcklin vier Kinder und damit mehr als genug Erben hat, soll Graf Emmeran überdies angedroht haben, Schneehag zum Lehnsheimfall zu erklären, wenn der Baron nicht bis 1047 BF wieder auftauchen sollte. Mit Blick auf die aktuelle Verfehlung sowie auf frühere Verfehlungen, die Herr Firian und seine Ahnen in der Vergangenheit begangen hätten, habe sich nun ja wohl hinreichend erwiesen, dass das Geschlecht weder den erforderlichen Gehorsam noch die nötige Reife oder Kooperationsbereitschaft besitze, um den verantwortungsvollen Posten von Baronen im Schild des Reiches zu bekleiden.