Salthel & Beonspfort, Ende Praios 1047 BF

Vier Monde nachdem die Baronie Beonspfort heimfiel, ist das Rätseln darüber, wer wohl die Nachfolge ihres bisherigen Herrschers Riko von Sterz antreten wird, beendet: Am 6. Praios dieses Götterlaufs hat Adelhildt Irmentraud von Wolkenstein und Wettershag auf der Grafenfeste Aarkopf in Salthel ihren Lehnseid abgelegt und sich wenige Tage später bereits mit Kind und Kegel in die neue Heimat aufgemacht.

Adelhildt von Wolkenstein, wird sich der geneigte Leser an dieser Stelle fragen, wer soll das bitte sein? Und das können wir gut nachvollziehen, denn die junge Frau ist bislang ein vollkommen unbeschriebenes Blatt gewesen. FANTHOLI kann hier jedoch nach eingehender Recherche für etwas Abhilfe sorgen: Es handelt sich bei der neuen Baronin von Beonspfort um eine Enkelin des Sichelgrafen. Sie ist die 1011 BF geborene Tochter seines ältesten Sohns, Halmann von Wolkenstein und Wettershag, der 1021 BF in der Schlacht vor Ysilia fiel. Als Pagin diente sie auf Donnerschalck, während Herr Bunsehold dort noch das Sagen hatte, ihre Knappenzeit verbrachte sie ab 1024 BF am Kaiserhof in Gareth und hat die Schwertleite im Jahr 1031 BF ebendort empfangen.

Nach allem, was dieses Blatt sonst noch in Erfahrung bringen konnte, kehrte Frau Adelhildt 1042 BF mit ihrem Gemahl und zwei Kindern ins heimatliche Weiden zurück --- und zwar an den Hof ihres hochwohlgeborenen Großvaters, in dessen Diensten sie seither stand. Öffentliche Auftritte gab es in dieser Zeit keine, eine exponierte Stellung nahm sie dort also offenbar nicht ein. Es heißt weiter, dass sie dem Grafenhof nicht als Ritterin gedient habe, sondern in der Kanzlei tätig gewesen sei. Demnach gehört das Kriegshandwerk wohl weniger zu ihren Stärken als die Verwaltung, was mit Blick auf ihr neues Amt nicht unbedingt schlecht sein muss.

Auf Nachfrage des FANTHOLI gab der Grafenhof zur Kenntnis, er habe eine „starke und kluge Herrscherin“ für Beonspfort gewählt, weil dort einiges im Argen liege und genau so jemand gebraucht werde, um für Ordnung zu sorgen. Das wollen wir nicht in Zweifel ziehen, aber auch nicht den Olifanten ignorieren, der im Raum steht: Graf Bunsenhold hat einer engen Verwandten, die bislang wahrlich nicht viel vorweisen kann, einen erblichen Titel in seinem Herrschaftsgebiet zugeschustert. Damit festigt er nicht nur die Position seiner Familie in der Sichelwacht, sondern sorgt auch abermals dafür, dass die Anzahl seiner Kritiker unter den Baronen der Grafschaft sinkt.