Geschichte der Baronie:

• Die Vorzeit:
Zu den Dunklen Zeiten und auch davor mag es schon menschliche Siedler zwischen dem Finsterkamm und dem Fialgralwa gegeben haben ---schriftliche Belege dazu gibt es aber nicht. Einzig bei den Finsterkammzwergen wäre es vielleicht möglich, aus diesen Tagen noch etwas zu erfahren. Eine Sage, die vom Ursprung der Baronie handelt, gibt es aber: "Die Mär von den drei Fremden" ist mehr als 1000 Jahre alt und stammt aus der Zeit von Olat dem Bogner. Genauso lange soll die Familie Böcklin auch über das Land geherrscht haben.

• Die Neuzeit:
Der Vater des letzten Böcklin-Barons Firian von Buchsbart, Marbert Böcklin von Buchsbart, festigte die Macht der Familie über die Baronie, indem er neue Lehen an Gefolgsleute oder Familienmitglieder vergab. Firian war während seiner gesamten Regentschaft damit beschäftigt, das Land zu entwickeln und zu stärken --- mit einem einzigen, klaren Ziel: Die Wehrfähigkeit für den nächsten, sicher kommenden Orkensturm zu erhöhen.

Firian Böcklin regierte Schneehag als fünfter Böcklin-Baron vom 1.Praios 1034 BF bis zum 3. Praios 1047 BF. Nach seinem spurlosen Verschwinden bei einem Scharmützel mit Orks im Finsterkamm wartete Graf Emmeran von Löwenhaupt ein paar Monde zu, erklärte ihn dann für Tot und erklärte Schneehag zum Lehnsheimfall, weil Firian seiner Ansicht nach den Befehl missachtet hatte, sich in seinem Hass auf den Schwarzpelz nicht mehr zu Alleingängen verleiten zu lassen. Noch im gleichen Mond, am 5. Praios nämlich, machte er Ewalt von Weißenstein, einen Ritter, der bis dahin an seinem Hof gedient hatte, zum Verwalte der Baronie, die er an sich zog und zu einem gräflichen Allod erklärte.

Landschaften, Regionen und besondere Ort:

Im Nordwesten der Baronie, südlich von Etiliengrund, liegen die "Schneeauen". Eine kleine Seenlandschaft mit vielen kleinen Seen und Teichen, die vom Winterbach gespeist werden. Der wiederum hat seine Quelle irgendwo im Finsterkamm und mündet schließlich, nachdem er die Baronie durchquert hat, im Finsterbach. Die Seen der Schneeauen sind recht fischreich, ebenso gibt es hier viele Schwäne, die intensiv bejagt werden. Zwischen dem ersten See der "Schneeauen" und dem Rand des "Wintertanns" liegt die Hochmotte "Ganterwacht", die zur Finsterwachtturmkette gehört.

Im Nordosten der Baronie, nahe des Weilers Ottersberg, liegt eine Sumpflandschaft, die den Namen "Ottermoor" trägt. Dort leben einige Familien, die sich ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau von Schilf, Seggen und Kräutern verdienen und außerdem den "Rajokspfad" in Schuss halten, der hier über einen Knüppeldamm verläuft.

Begrenzt vom "Winterbach" im Süden und "Trutzweg" im Westen liegt schließlich der "Hagwald". Er ist sehr dicht und voller Unterholz. Sowohl das Dorf Steenbukken als auch Burg Firnhag liegen südlich vom Wald. Östlich von Burg Firnhag ragt der Wald sogar eine gute halbe Meile über den Fluss nach Süden. Nach gut vier Meilen Richtung Nordosten wird der Wald langsam immer lichter. Nach fünf bis acht Meilen, teilweise über den Höhenzug der Wolfkuppen hinaus, stehen nur noch auf gut der Hälfte der Fläche Bäume. Bis zum Ottermoor und Finsterbach im Osten und der Baroniegrenze im Norden geht er dann in die typische Wiesen- und Heckenlandschaft mit einzelnen Baumgruppen über. Im Hagwald lebte lange Zeit ein halbzahmer Riesenschröter, der vor einigen Jahren vom damaligen Baron Firian Böcklin von einer seiner Reisen mitgebracht wurde. Das Tier wurde aber schon länger nicht mehr gesehen.

• Bewirtschaftung:
Der Boden in Schneehag ist --- wie eigentlich überall in der Grafschaft Heldentrutz --- nicht sonderlich fruchtbar, aber gut genug, um genügsames Getreide wie Dinkel, Emmer und Roggen anzubauen. Der Ackerbau beschränkt sich auf kleine, nah an den Bauernhöfen liegende Feldern, Ackern,  auf  denen Gemüse wächst und Kräutergärten, die aufwendig gehegt und gepflegt werden müssen. In vielen Siedlungen Schneehags gibt es außerdem Streuobstwiese oder zumindest ein paar Obstbäume.

Viele Schneehager halten Schafe und Ziegen oder anderes Kleinvieh wie Hühner und Hasen. Größere Herden gibt es nur bei vermögenderen Freibauern. Schweine werden eigentlich nur auf den Höfen gehalten, die Käse herstellen, um die anfallende Molke zu verwerten. Rinder gibt es so gut wie keine, weil deren Haltung zu aufwendig und kostspielig ist. Meistens nur für kurze Zeit und es handelt sich um Tiere die aus Menzheim stammen. Allein, Baron Rissan von Menzheim aus der Grafschaft Baliho unterstützt die Verteidigungsanstrengungen der Heldentrutz seit einigen Jahren, indem er eine gewisse Anzahl Rinder spendet. In Schneehag sind die aber meist schneller verzehrt und verwertet, als man gucken kann, weil sich die Haltung niemand leisten will.

• Magische Orte:
Blautann
: Viele Namen trägt der Forst im Süden der Baronie. Die Elfen nennen ihn Fialgrala (Tannicht, wo die Orken hausen), den Orks ist er bekannt als „Wald des Todes“ oder „Brazoraghs Pfuhl“. Der dunkle Forst wurde Gerüchten zufolge nicht nur von Islaraan dem Schwarzen als Revier auserkoren, sondern wird auch von einer Vielzahl anderer Kreaturen und einem berüchtigten Hexenzirkel bewohnt. Die allermeisten Menschen meiden ihn daher. Innerhalb des Waldes liegt die „Alte Klamm“ und durch diese führt der „Alte Weg“, eine ehemals vielbefahrene Handelsstraße, die aber durch das Wirken des Blautanns mittlerweile nicht mehr genutzt wird und faktisch am Rhodenstein endet. Die Straße bildet gleichzeitig die Grenze zur Baronie Waldleuen.

Fûrnwald: Von den Elfen der Bärenherzhütersippe (Isdira: Valburnfûrn) bewacht, ist dieser Wald fast vollständig unberührt. Nur wenige Menschen haben ihn bisher betreten. Von der Sippe gut behütet liegt in seinem Zentrum der Zugang zu einer Globule. Diese stellt sich als wildreiche, idyllische Waldlandschaft dar, die von hohen Bergen umgeben ist. Es gibt mehrere Ausgänge aus, doch niemand außer den Elfen weiß, wohin die führen – nämlich unter anderem in den Finsterkamm, wo die Bärenherzhüter auf Jagd nach ihren Todfeinden, den Orks vom Gharrachaistamm, gehen. Die Sippe wird von den meisten anderen Elfen als badoc angesehen.

Götter und Glaube:

Unter der Herrschaft der Böcklins ist die Baronie Schneehag in gewisser Hinsicht aus der Reihe getanzt: Wo in fast allen sonstigen Baronien des Herzogtums Rondra die größte Verehrung zukommt, wird es hier vor allem mit Firun gehalten, weil das der Gott ist, dem sich die Barone seit Generationen am nächsten fühlten. Das lag nicht zuletzt daran, dass sie der Meinung waren, viele Gebote Rondras würden sie im Kampf gegen den Schwarzpelz eher behindern als voranbringen. Statt Ehrenhaftigkeite wollten sie ihrem Feind lieber mit firunischer Härte entgegentreten und ihn gnadenlos jagen.

Neben Firun und Ifirn fand die Eidmutter Travia in Schneehag stets hohe Verehrung, sorgt sie doch dafür, dass die Menschen nach den langen, harten Kämpfen an ein wärmendes Herdfeuer und zu ihren Familien zurückkehren können. Ihr folgen Peraine und Boron. Die relativ hohe Verehrung des Letzteren ist ebenfalls eine Besonderheit und findet ihren Ursprung darin, dass das Kloster Etiliengrund mit dem einzigen Borontempel westlich des Pandlarils in dieser Baonie liegt. Die Geweihten und Akoluthen stehen den Menschen hier mit Rat und Tat zur Seite und haben so ihr Vertrauen sowie ihren Respekt erworben.

Tempel in Schneehag:

Die meisten Tempel in Schneehag sind klein und noch relativ neu --- aus einem einfach Grund: Die meisten Tempel wurden im letzten Orkensturm niedergebrannt und mussten nach 1026 BF wiederaufgebaut werden. Im Einzelnen gibt es in Schneehag folgende Tempel und Schreine:

  • Efferd = Der "XY-Schrein" in Altenfurten.
  • Travia = Tempel XXX in Altenfurten (der auch den Y-Schrein in Dreiwalden betreut), "Herdheimtempel" in Steenbukken und Tempel "XXX" in Fûrnost
  • Boron = Das Wehrkloster "Etiliengrund"
  • Firun = Tempel "Jägerhaus" auf Burg Firnhag, Iyifels (Heiligtum) bei Waldenweiler.
  • Peraine = Tempel "XXX" in Steenbukken, Tempel "XXX" in Geestingen. Die Kapelle im Alten Thal, die Kapelle in Welsberg und der Schrein in Dreiwalden werden von Geweihten aus den beiden Tempeln betreut, die sich die Arbeit untereinander aufteilen. In Winterkulm gibt es noch einen kleinen Hof, der von zwei Beonitern betrieben wird.
  • Phex = In Steenbukken gibt es ein Haus mit Schrein was zeitweise von wandernden Geweihten genutzt wird
  • Ifirn =  Tempel "Birkenheim" in Steenbukken

Helden und Heilige in Schneehag:

In der Regel wenden sich die Schneehager bei Sorgen und Nöten des Alltags an die milden Herrinnen Travia, Peraine und Ifirn, von denen sie sich am ehesten Verständnis und Unterstützung versprechen. Besondere Erwähnung verdient der Sonnenbock Bragh, der besonders von Viehbauern und Hirten verehrt wird. Daneben wenden sich die Schneehager an regionale Tagesheilige. Die früher weit verbreitete Verehrung von Faradon Schnewlin (Firunheiliger) findet heute nirgendwo mehr statt. Wer einen Heiligen für die sichere Heimkehr aus der Wildnis anrufen möchte, wendet sich an Lidari, einen der Silberschwäne Ifirns.

Die Landwehr:

Die Schneehager Landwehr wird oft auch als "Schneehager Flegelschwinger" bezeichnet. Organisiert ist sie nach den Geboten der feudalen Waffenfolge, die ein Banner pro Baronie und ein Regiment pro Grafschaft vorsieht. Je nach Größe und Anzahl der Freien haben diese Banner vollkommen unterschiedliche Größe und bestehen nur formell aus 50 Streitern. Die Landwehr ist jedoch seit vielen Jahren nicht mehr in einen Kampf verwickelt gewesen, da die Böcklins vornehmlich auf Ritter und deren Lanzen zurückgriffen. Dazu hatte der letzte Baron eine stehende Truppe aufgebaut, die "Katzbalger", welche aber im Efferd 1046 BF komplett vernichtet wurden.

Feiertage:

Auch die Menschen in der Heldentrutz und damit in der Baronie Schneehag begehen im Götterlauf den ein oder anderen Feiertag. Aufgrund der verbreiteten Armut in der Grafschaft fallen diese Feste aber natürlich wesentlich weniger aufwendig aus als etwa im reichen und stets satten Baliho. Auch die Menschen in Schneehag begehen letztendlich die gleichen Feiertage wie alle anderen Weidener. Besondere Erwähnung verdienen:

  • Das Erntefest (1. bis 3. Travia)
  • Tag der weißen Maid (30. Firun)
  • Saatfest (Anfang Peraine)
  • Reinigungsfest (30. Rahja)