Familie Graugenwerl

Wahlspruch: Was kümmern mich die Sorgen der Bauern?
Wappen: Von Gold nach Schwarz im Zinnenschnitt geteilt.
Gründung: Um 900 BF
Oberhaupt: Alarwin von Graugenwerl
Verbreitung: Ehemals Heldentrutz, nun nur noch Albernia
Kurzprofil: Steil aufgestiegenes und tief gefallenes kleines Rittergeschlecht, dessen Oberhaupt in der gesamten Mittnacht gesucht wird.

 

Geschichte der Familie:

Das lange Zeit kleine und unbedeutende Rittergeschlecht hatte seinen Sitz in der Nähe der Stadt Nordhag. Als Aftervasallen eines kleinen Junkergutes waren die Graugenwerls auf der untersten Stufe der Adelspyramide. Das Leben war nicht einfach und sie mussten mit dem zurecht kommen was ihr kleines Rittergut abwarf. Oft reichte es unter diesen harten Bedingungen gerade so um die Familie ernähren zu können. Die Bedrohung und nicht seltenen Überfälle durch den Schwarzpelz tat ihr übriges.
983 BF wurde schließlich Alarwin von Graugenwerl geboren und wuchs unter diesen Bedingungen in der Familie auf. Sobald er Denken konnte strebte er nach Höherem und zu mehr als seine Familie besaß. Er durchlebte eine harte Schule und wurde schließlich nach seiner Schwertleite durch enormen Ehrgeiz und Intrigen zum Stadtvogt von Nordhag ernannt. Ein erster beachtenswert Aufstieg war ihm damit gelungen. Doch dies reichte Alarwin noch lange nicht aus. Geschickt erlangte er die Freundschaft und das Vertrauen von Graf Emmeran von Löwenhaupt und verheiratete sich klug und zeugte mit seiner Frau mehrere Kinder. Der Grundstein für einen stetigen Aufstieg schien gelegt aber es sollte noch weiter gehen.
Durch erneutes geschicktes Taktieren gelang es ihm nach dem plötzlichen Tod von Rondralrik von der Tann das entstandene Machtvakuum zu nutze, Rondralriks einziger Sohn war noch in der Knappschaft, und wurde vom Grafen zum Vogt der Baronie Nordhag ernannt.
Der Nachkomme eines kleinen, bitterarmen Rittergeschlechtes herrschte nun über die reichste Baronie der gesamten Grafschaft Heldentrutz. Doch er hatte nicht lange Zeit zum genießen dieser erlangten Pfründe als ein erneuter Orkensturm über die Mittnacht hereinbrach.
Mit viel Glück, harter Hand und wohl auch einer Portion mutigem Handeln gelang es ihm dabei die Stadt zu halten. Doch das ganze Umland und große Teile der Grafschaft lagen in Schutt und Asche und waren auf viele Jahre verheert. Auch nicht zuletzt das Gut seiner Familie, wenige Meilen von Nordhag entfernt war vernichtet worden. Die Familie Graugenwerl, nie sonderlich groß, bestand von dort an nur noch aus Alarwin und seinen Kindern. Genaues weiß niemand aber irgendwann in dieser Zeit starb auch seine Ehefrau.

Mit gnadenloser Hand presste er in den folgenden Jahren das letzte aus der Bevölkerung heraus um Nordhag wieder aufzubauen und sich selber wieder ein Leben in Saus und Braus zu ermöglichen.
Geschickt täuschte er dabei Graf Emmeran der nur die Erfolge beim Aufbau zu sehen bekam. Immer mehr Vertrauen fasste der Graf in Alarwin und am Ende dieser Entwicklung ernannte dieser ihn zum Verwalter der ganzen Grafschaft während er sich selber auf eine lange Pilgerreise begab.
Nun war Alarwin auf dem Zenit seiner Macht angelangt und nutzte diese gnadenlos aus. Gegner seines Handels, egal ob kleiner Bauer oder uralter Altadel wurden durch Intrigen und falsche Anschuldigungen hinweg gefegt und wenn vorhanden ihre Lehen mit Gefolgsleuten besetzt. Er schreckte dabei vor nichts zurück. Ebenfalls ein Opfer seines Handels wurde der junge Rondrian von der Tann. Der einzige Sohn des alten Barons der von der Herzogin das Versprechen bekommen hatte nach seiner Schwertleite wieder die Baronskrone von Nordhag zu erhalten. Das konnte Alarwin natürlich nicht geschehen lassen. Es gelang ihm eine weitere Intrige zu spinnen an dessen Ende Rondrian als Geächteter in die Wälder fliehen musste.
Doch hier unterlief ihm ein folgenschwerer Fehler. Es gelang ihm nicht den jungen von der Tann nach seiner Ächtung habhaft zu werden und vom Leben zum Tode zu befördern. Trotz aller Anstrengungen in dieser Richtung.
Der Wiederstand einiger Familien die durch sein Handel Lehen und Ansehen verloren hatte, schien er auch unterschätzt zu haben da er sie zwar waidwund schlug aber nicht den Todesstoß ansetzte.
So kam es dann schließlich im Rondra 1032 zum Anfang vom Ende. Rondrian von der Tann offenbarte sich Graf Emmeran auf einem Turnier und gab die zwischenzeitlich geraubte Baronskrone von Nordhag in dessen Hände. Er erhob schwere Anschuldigungen gegen den Graugenwerl und schwor dies auch bei den Göttern.
Der Graf in seinem Jähzorn und dem aufkeimenden Verdacht lange Zeit von Alarwin ausgenutzt und getäuscht worden zu sein ritt sofort nach Nordhag und stellte den Vogt dort zur Rede.
Ein letztes Mal gelang es diesem dort den Hals aus der Schwinge zu ziehen und die Schuld auf einem seiner Gefolgsleute zu schieben. Doch der Graf ließ ihm nicht viel Spielraum und Alarwin gelang es nicht Juri von Raschberg, der Gefolgsmann, in die Finger zu bekommen.
Es dauerte schließlich bis in den Peraine 1032 BF bis der Raschberger gefasst wurde. Zwar wurde er dabei tödlich verwundet doch bevor er seinen letzten Atemzug tat gestand er alle Taten die er, gemeinsam oder im Auftrag des Graugenwerls verübt hatte, den Anwesenden Rittern.
Alarwin von Graugenwerl, wohl damit rechnend das es für ihn keinen Ausweg und Hoffnung mehr gab, wählte die Flucht. Bereits im Phex 1032 BF verließ er gemeinsam bei Nacht und Nebel mit seinen verbliebenen Gefolgsleuten und Angehörigen Nordhag, die Heldentrutz und ganz Weiden. Nicht ohne dabei so viel sich transportieren ließ an erarbeitetem Reichtum mitzunehmen.
Einzig sein jüngerer Sohn Gilbert von Graugenwerl blieb noch etwas länger in der Grafschaft. Der Junge war des Öfteren einer der schärfsten Kritiker seines Vaters und deshalb, bei Firnja von Hohenstein in Knappschaft und von Graf Emmeran persönlich zum Ritter geschlagen, sollte er nach seiner Schwertleite das zwischenzeitlich wieder aufgebaute Rittergut und alten Stammsitz der Familie erhalten.
Niemand weiß genau was diesen dazu trieb doch nachdem er vom Grafen die Schwertleite erhalten hatte, begab er sich nicht auf das Gut. Auch er verließ die Mittnacht und zog als Fahrender Ritter durch die Lande. Vielleicht war auch er bei allen Worten gegen seinen Vater nicht bereit wieder zu diesem ärmlichen und harten Leben zurück zu kehren was das kleine Gut geboten hätte.
Gerüchteweise halten sich alle noch lebenden Graugenwerls in Albernia auf und Alarwin soll dort sogar wieder in Amt und Würden gelangt sein. Niemand spricht den jähzornigen und aufbrausenden Grafen darauf an und dieser, ob seiner Mitschuld an der Entwicklung, war er doch auf die Intrigen Alarwins hereingefallen, geht der Sache auch nicht gezielt nach. Doch sollte es mal soweit kommen das Alarwin oder einer seiner Familienmitglieder dumm genug ist in die Reichweite des Grafen zu kommen, kann für nichts garantiert werden. Auch etliche andere Adelsfamilien in der Heldentrutz denen Schaden durch das Treiben Alarwins zugefügt wurde, haben noch eine Rechnung mit diesem zu begleichen.