Tränen des Weidenlandes

Sie halten Siegesfest, sie ziehn die Fahnen auf,
Sie glauben Weiden! Weiden! zu begraben!
O welcher Trug, o welcher falsche Kauf -
Sie soll'n nur Fluch, doch nie die Krone haben!
 
Laßt eurer Wut und eurem Schmerze freie Bahn!
Laßt jede Träne heut aus euren Augen fließen.
Doch dann soll morgen aus der Ohnmacht Wahn,
Aus heißem Salz die Rache kalt ersprießen!
 
Denn hört mich, die man nennt des Reiches Schild,
Niemals sah man des Bären Banner fallen.
Noch einmal zieht das Schwert, da alles gilt,
Noch einmal lasst das Fantholi erschallen:
 
Setzt sich der Frevler auch aufs Haupt die Bärenkron',
Und nimmt in falscher Gier das Schwert der Treue,
Nicht lange trägt sie der Dämonensohn,
Bald ziert der Reif Walpurgas Stirn aufs Neue!

von  Wolfhardt von der Wiesen (Kai Rohlinger)