Ehret die Sicheln

- Ehret die Sicheln -

Eine zwergische Legende von den Sichelgebirgen
 
Einstmals, vor langer Zeit war es, dass man jene, die man heute die drei Sichelgebirge nennt -Hazaphar die Gelbe, Mithrida die Rote und Sokramur die Schwarze -nach der Götter Kampf zur Ruhe gelegt hatte. Angrosch aber schickte seine Kinder, jene die er selbst geschmiedet hatte, und die sich selbst darum Angroschim - heißen, an, seine drei Schwestern zu ehren, durch deren Opfer namenloses Bösen aus der Welt hatte getilgt werden können. Jene aber, die dazu auserkoren war den Willen des Ewigen Schmiedes zu erfüllen, wussten nicht wie sie jener unglaublichen Tat gerecht werden sollten und so gingen sie hin zu den Söhnen und Töchtern der Gigantinnen um nach Rat zu fragen, denn die Rieslinge und die Angroschim, wenn auch unterschiedlich in Größe und Gestalt waren seit jeher Brüder im Geiste wie im Blute, sind sie doch beide Kinder von Sumus Kindern. Groß war die Freude da unter den Rieslingen, dass ihre Brüder ihre Mütter zu Ehren und Danken dachten und halfen ihnen, wo sie es vermochten. Drum hieß sie Aarenhaupt, Sokramurs Sohn, welcher der klügste war unter ihnen: ,Zu Klingen sind sie geworden, ew'ge Klingen mögen an sie erinnern.' So wählten die Angroschim unter ihnen die drei geschicktesten Schmiede, für jeden eine Ehre und Herausforderung sein Meisterstück zu fertigen im Namen Angroschs. So ging es ad primo daran Metall und Gestalt der Klingen zu wählen.

So ward dem ersten Schmied, deren Namen heute bereits vergessen ist die Ehre zuteil, Sorukragim, die Klinge zu Ehren Sokramurs, zu schmieden, einen Bidenhänder machtvollen Ausmaßes, daß der Schmied es selbst nicht mehr zu schwingen vermochte. Aus reinstem Endurium ganz und gar, war es so schwarz wie der Leib der Riesin selbst.

Imithri-Dai, Mithridas Klinge, eine Klinge in der Größe eines Anderthalbhänders; so heißt es zumindest auf den alten Stelen, ward aus Zwergenstahl geschmiedet und mit einer Legierung aus Kupfer, Zwergengold und jenem magischen Metalle versehen, welches von reinweißer Farbe ist. Die Kombination dieser drei verliehen der Klinge eine flammendes Aussehen, dem rötlichen Schiefer ihres Leibes ähnlich. Der Waffe Hazaphars Hazai Imiphar schließlich gab man die Gestalt eines Schwertes und es heißt, dass ihre Schneide so gelb und golden strahlte, dass sogar der Lichtfürst ob dieser anerkennend seinen Blick von der Alveranen Feste in die Dritte Sphäre streifen ließ. Die drei Klingen wurden geschmiedet in dem Blut der Gigantinnen, den Lavaströmen tief in ihren Leibern und geweiht an jenen Orten, an denen der Odem der drei noch am stärksten ist. Als ihr Werk vollbracht war, trafen sich die drei Auserwählten und riefen Angrosch, damit er schaue, ob die Klingen nach seinem Wohlgefallen geraten waren und ob der Gott mit ihnen zufrieden sei. Und das war er. So hieß er sie an die Waffen bis zu jenem Praioslauf zu verwahren, da die Klingen wieder gebraucht würden, Namenloses vom Angesicht Deres zu tilgen, zu einer Zeit, da die Riesinnen noch nicht wiedererstarkt sind, um sich selbst erheben zu können, um erneut wider den alten Feind zu streiten. In jenen Linien, die aus jenen drei Schmieden hervorgegangen sind, fließt immer noch der Segen und die Gabe Angroschs, unvergleichliches fertigen und vollbringen zu können, heißt es. Die Klingen, so vermutet man, wurden an heiligen Orten nahe oder vielleicht sogar in jenen, zur deren Ehren sie gefertigt wurden, versteckt.

-Lars Blumenstein