Handel und Wandel

Der wohl wichtigste Handelszweig in Weiden ist die Viehzucht. Ihr Zentrum liegt in der Grafschaft Baliho, wo mächtige Rinderbarone ihre Herden heranziehen, um sie auf den Märkten Balihos oder Gareths gewinnbringend zu verkaufen.

Die Bezeichnung ‚Rinderbaron’ mag so manchen Fremden in die Irre leiten, verfügen die rauen Gesellen doch weder über Lehen noch Titel. Einzig ihr Reichtum verleiht ihnen Macht. Zu den einflussreichsten Balihoer Rinderbaronen zählen Jobdan Boswitz und Marja Ganjaneff.

Auch auf die Pferdezucht verstehen sich die Weidener. Neben den robusten Nordmähnen sind besonders die starken Tralloper Riesen gefragt, gelten sie doch als die besten Schlachtrösser Aventuriens. Glücklich schätzen kann sich ein jeder, der ein Tier aus dem herzöglichen Gestüt sein eigen nennt. Die besonders wertvollen Rösser sind auch für Unkundige leicht erkennbar, denn jedes trägt als Namenszusatz den Titel "Graf" oder "Gräfin".

Alltägliche Handelsgüter

Zwar leben auch die Menschen im weniger fruchtbaren Teil Weidens von der Viehzucht, doch setzt man hier auf einfache Tiere wie Schafe, Ziegen oder Schweine. Entsprechend werden auf Weidener Märkten bevorzugt tierische Lebensmittel wie Fleisch, Hartwurst, Fisch, Milch, Butter oder Käse feilgeboten. Verbreitete Handwerksprodukte sind Leder, Wolle oder Torf, und auch verschiedene Rohstoffe wie Holz, Umbra, Schiefer, Erz oder Edelmetalle sowie Salz kann man vereinzelt auf den hiesigen Märkten entdecken. Besonders fein gearbeitete Handwerkswaren findet man bei den Schmieden der Roten Sichel, den Töpfern aus Nordhag und den Glashandwerkern aus Auen. Bei Bogenschützen ist außerdem die Bogen- und Holzschnitzkunst der Bärwaldener sehr beliebt.

Weiden und der Fernhandel

Das wohl ausgefallenste Handelsgut aus dem mittnächtlichen Herzogtum sind die Neunaugen, wurmähnliche Fische, deren Fleisch und Rogen beim Adel als Delikatesse gelten. Aber auch für das einfache Volk hat der Weidener Markt etwas zu bieten. So hat ein gut gearbeiteter Balihoer Wachsmantel wohl schon so manchen Abenteuer vor Blutigem Rotz und Blauer Keuche bewahrt, während Tralloper Krachwürste und Balihoer Bärentod ihm am nächtlichen Lager mehr als einmal den Magen füllten – und den Geist vernebelten. In der Regel werden Weidener Güter jedoch eher für den eigenen Gebrauch hergestellt und lediglich auf nahegelegenen Märkten gehandelt.

Das bekannteste Weidener Handelshaus ist das der Familie Kolenbrander. Die Stellmachereien, Wechselstuben und Kontoren des Tralloper Handels- und Fuhrhauses erstrecken sich über das gesamte Herzogtum. Und auch im übrigen nördlichen Mittelreich findet man neben den allgegenwärtigen Kolenbrander Fuhrwerken auch den ein oder anderen Handelsposten. Als wichtige Handelswege gelten der Fluss Pandlaril sowie – zu Lande – die Reichsstraße II und der Sieben-Baronien-Weg, der vor allem für den Nordlandhandel von Bedeutung ist.