Ausdehnung: Zentrales Bärwalde; etwa 30 Meilen an der längsten Stelle und 15 Meilen an der breitesten.
Art des Waldes: Lichter Mischwald mit alten Bäumen und reichem Wildbestand, vor allem an Rotwild. Der freundliche, sonnengrüne Wald wird vornehmlich aus Waldkiefern gebildet, in dem sich aber auch viele Buchen, Eichen und Birken finden. Immer wieder trifft man auf sandige Hügel, kleinere Moorseen und verkrautete Flächen, bevor der Wald langsam in die Lenzwiesen und die Hollerheide übergeht.
Anrainerbaronien: Baronien Moosgrund, Urkentrutz und  Hollerheide
Besonderheiten: Es geht die Sage um, dass in dem Wald ein kapitaler weißer Hirsch lebt, der weithin nur der Fahle genannt wird. Man sagt, dass er sich in jeder Generation ein einziges Mal mit der besten Jägerin oder dem kundigsten Waidmann seiner Zeit messen würde. Und wenngleich so mancher den Fahlen gesichtet haben will, so gibt es nur eine Handvoll Lebender, die auf die Pirsch nach ihm gegangen sind und dem Tier tatsächlich leibhaftig gegenüber gestanden haben.

 

Es gibt wenig Schöneres, als einen Sommertag im Bôrghain zu verbringen. Der Duft der Kiefern und der Schatten der Eichen, das Summen der Bienen und das Zwitschern der Vögel, all das ist herrlich. Wenn du weit genug gewandert bist, kannst du deine Füße in einem der kleinen Tümpel kühlen und immer wirst du Wild finden, das deinen Abendtisch deckt. Und dann das Knistern eines Feuers unter dem Sternenzelt … wäre der elende Gliederschwamm nicht so grässlich hartnäckig, würde ich uns glatt sofort den Ranzen packen!“
Skira Nordfalk von Salwidur, zu ihrer Großnichte Avia, 1044 BF

 

Der Bôrghain, der im Idira den Namen borgradir (isd: Wald des zornigen Bären) trägt, ist zu großen Teilen ein Eigengut der Moosgrunder Barone und wird oftmals zur Jagd genutzt. Die Wildbestände des Waldes sind trotz dieser recht häufigen Jagden groß und vor allem Rot- und Schwarzwild sind hier anzutreffen. Auch Holzfällerei und Köhlerei wird im Wald und gerade an seinen Säumen betrieben, vor allem, seit die Elfen sich vor Jahrhunderten aus dem Wald zurückgezogen und in andere Teile des Landes verstreut haben. Ursprünglich jagten auch die Elfen gerne in dem Wald und sammelten Eichensetzlinge dort, von denen behauptet wird, dass sie außergewöhnlich schnell wachsen.

Der Bôrghain war einst Teil des Silfûrn, des Bärnwalds, und erst während der fortschreitenden Landnahme der Bosparaner wandelte sich sein Name zu borgradir, um schließlich zu Bôrghain verschliffen zu werden. Ob damit angezeigt wurde, dass sich die selteneren Bären des Waldes gegen die fremdländischen Eindringlinge zur Wehr setzten oder ob die Elfen einem außergewöhnlich wütenden Exemplar seinen Freiraum lassen wollten, wird nur noch in den Sippenliedern der Lilienbringer- und Sturmtanz-Elfen bewahrt. Andere alte Legenden berichten von der mächtigen Ritterin Borghild, die auf der Queste, ihre verlorenen Kinder zurückzugewinnen, in den Wald kam und schließlich hier ihr Heim aufschlug, um danach immer wieder todesmutig oder -sehnsüchtig gegen die Gharrachai auszuziehen.

Du sieht ja schon den Fahlen.“
–In Moosgrund Ausdruck dafür, zu viel getrunken zu haben.

Die Erzählungen über den Weißen Hirschen des Bôrghain locken immer wieder Waidfrauen und Jäger aus ganz Bärwalde und der Heldentrutz an, die sich daran versuchen, den Falben zu stellen. Die meisten müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen, obwohl immer wieder einzelne Waidleute mit weißen Enden eines Hirschgeweihs und erleichtertem Gesichtsausdruck aus dem Wald zurückkehren.