Der Fall Burg Aarensteins - Beunruhigende Kunde


Winter in der Stadt Auen

“Sie haben Boten an die Barone von Rotenwasser und Kornfelden und zur kaiserlichen Pfalz Donnerschalck nach Sichelgau geschickt. Auch die Balihoer Brüder wurden wohl benachrichtigt.” Der junge Knappe der Göttin im Rock des Ordens zur Wahrung endete. Abt Alderian Ehrenherz von Rhodenstein nickte. Sein Blick verlor sich in unsichtbaren Fernen.

Als der Abt nichts entgegnete fuhr der Geweihte fort. “Der Winter erlaubt keinen großen Schwertzug in die tiefe Sichel, aber es gibt Meldungen, dass die genannten Barone und die Pfalzgräfin entsprechende Pfade gesperrt und Waffenknechte sowie Späher entsandt haben. Freilich scheint mir das mehr ein Zeichen guten Willens, denn ernsthafte Unterstützung.” “Was erwartest du, mein Sohn? Es bedarf eines starken Armes, der die Führung übernimmt. Auf sich alleine gestellt wird kein Baron mehr tun, als er um des guten Rufes Willen tun muss. Alsdann, setz’ zwei Schreiben auf. Eines an die Burggräfin zu Baliho und eines an Schwester Alinja in Lohenharsch. Sodann erwähle die Reifsten unter unseren Novizen. Gemeinsam mit Schwester Hlíf sollst du mit vieren von ihnen in die Schwarze Sichel aufbrechen. Vereint die Bemühungen der Barone, geht mit gutem Beispiel voran. Versucht so viel wie möglich heraus zu finden, damit wir alsbald zurückschlagen können.” “So wird es geschehen, Hochwürden. Allein, ich fürchte, es wird Großmeisterin Ariane von Beraniaburg der Hilfe nicht genug sein.”

Alderian blickte auf, einen harten Zug um den Mund. “Vermutlich. Doch ich denke, die Schwester im Glauben wird sich alsbald wieder darauf besinnen, dass Weiden schon lange Schild des Reiches ist und diese Rolle stets treu, opferbereit und voll grimmen Mutes ausgefüllt hat. Nicht nur die Schwerter von Gareth haben einen hohen Blutzoll entrichtet. Es wird getan werden, was uns möglich ist und so schnell es uns möglich ist. Mehr zu fordern wäre hochmütig und wenn sie darüber nachdenkt, wird sie das mit Rondras Hilfe auch erkennen.” “Ich werde Eure Worte übermitteln, Hochwürden, und sie ebenso niederlegen.” “So soll es sein und übermittle sie auch dem Rhodenstein, auf das bewahrt wird, was im Namen der Herrin geschieht.”