Das Neue Reich

Kaiser Raul der Große belehnte im Jahre 2 BF die beiden Geschwister Thordenin und Thordenan mit den Landen des ehemaligen Herzogtums Balihos und begründete damit die Zeit der Herzogengeschwister vom Pandlaril.


Thordenin (Val-Taladha), genannt "der Spielmann" und Thordenan (Thar-Daobha), genannt "der Reiter" waren von Herzog Gadur von Horasia ausgeschickt worden um sich dem Heerbann Rauls gegen die schöne Kaiserin anzuschließen. Dort verdienten sie sich ihre Sporen in der zweiten Dämonenschlacht an der Seite des neuen Kaisers. Herzog Galdur soll seine Entlehnung durch den Kaiser überraschend gut aufgenommen haben. Der Überlieferung nach soll der alternde Herzog lediglich sein Säckel gepackt haben und mit seiner elfischen Braut gen Salamandersteine entschwunden sein.
 
Die nun folgende Zeit prägte eine große Verbundenheit der Herrscher Weidens zum Alten Volk. So wurde am Hofe stets Isdira gesprochen. Die Elfen widerum sahen sich als Lehrer des "Neuen Volkes" der Menschen. Es war auch üblich den jeweiligen Herzogengeschwistern Beinamen in der Sprache der Elfen zu geben. So auch Thordnin II, genannt "der Jüngling (Thar-Nurinai)" und Thordenan II, genannt "der Schlaue (Vhar-Bandala)" - während ihrer Regierungszeit (43 -62 BF) belehnten die Herzogengeschwister 50 BF ihren treuen Gefolgsman Olat mit allen Landen efferdwärts des Pandlaril und schufen hiermit die Grafschaft Bärenwalde. Im selben Jahr gründete der neu belehnte Graf auch die nach ihm benannte Siedlung Olat am Rande des Neunaugensees.
 
Um den Herzogengeschwistern ein standesgemäßes Throninsignium zu schaffen, ließen Herzog Thordenin III, genannt "der Waidmann (Yal-Dirla)" und Herzog Thordenan III, genannt "der Gute (Yar-Iamamandra)" (62 - 96 BF) 62 BF die beiden Bärenkronen schmieden. Ihnen nachfolgen (96 - 130 BF) sollten die beiden Söhne Thordenins III - Thordinin IV, genannt "der Grüne (Yal-Bahanbundra)" und Thordenan IV, genannt "der Seefahrer (Thar-Awalyr)". Luitperga, die Schwester der Beiden Herzöge war gar das Eheweib des Kaiser Nardes von Gareth.
 
Während der Regierungszeit (130 - 134 BF) der Geschwister Thordenin V, genannt "der Verwegene (Thar-Thara)" und Luitperga (Yala-Sha) sollten abermals turbulente Zeiten auf die Weidener hereinbrechen. 133 BF erhoben sich die Goblins der Roten Sichel und verheerten weite Teile der Mittnacht. Erst der vereinte Heerbann Thordinins V konnte die renitenten Rotpelze besiegen. Für den Herzog sollte dies aber nur der Anfang sein - bei einem Brand in den herzoglichen Hallen kam der beliebte Herrscher ums Leben. Doch nicht nur das; auch eine der beiden Bärenkronen wurde 131 BF aus der Bärenburg gestohlen.
 
Nach dem Tod ihres Vetters wird Luitperga 134 BF mit der verbleibenden Bärenkrone als alleinige Herzogin (134 - 162 BF) von Pandlaril gekrönt. Ihr sollte mit Thordenin VI, genannt der "der Greise (Val-Bhara)" nur noch ein weiterer Herrscher (162 - 168 BF) folgen, der den Titel "Herzog zum Pandlaril" trägt. Nach seinem Tod beginnt mangels legitimiertem Nachfolger die Regierungszeit der Seneschalke von Pandlaril und Pandlarin (168 - 347 BF). Diese wurden aus dem ehrwürdigen Hause derer von Weiden gestellt.
 
In Gareth kamen 335 BF die Priesterkaiser an die Macht. Eine Entwicklung, die auch an den Bärenlanden nicht spurlos vorbei gehen sollten. In den Schluchten der Roten Sichel kam es zu Schlacht zwischen dem rondratreuen Orden der Theaterritter unter Marschall Anshag von Glodenhof und der Sonnenlegion unter Praioslob von Selem, die in der Vernichtung des Theaterordens endete. Auch in Trallop regte sich Widerstand gegen die Priesterherrschaft der Praioskirche. Seneschalk Grifo der Junge von Weiden bot dem Boten des Lichts tapfer Widerstand. Die Truppen der Garether begannen daraufhin mit der Belagerung der Herzogenstadt.
 
Erst 347 BF, nach zehn langen Jahren der Belagerung und Versorgung über den Pandlarin sollte Trallop durch den Verrat des hiesigen Praios-Hochgeweihten fallen. Grifo der Junge wird den Praioranern ausgeliefert und öffentlich verbrannt. Im Herzogtum beginnt nun die Herrschaft der Herzogenwahrer (347 - 465 BF), sowie die Verfolgung der Rondra-Geweihtenschaft. Als erster Herzogenwahrer wurde Eudo II von Salthel bestimmt, eben jener Praios-Hochgeweihte und Vetter des Grifo, der der Sonnenlegion durch Verrat die Tore der Stadt öffnete.
 
In den folgenden Jahren der Herrschaft der Praioskirche brannten eine Unzahl von Weisen Frauen und Rondrageweihten, während sich die Elfen von den Höfen der Adeligen zurück in ihre Wälder zogen. Erst als Rohal der Weise die Priesterherrschaft beendete sollten die Bärenlande wieder zu dem werden, was sie einst waren. In Trallop wurde 465 BF der letzte Herzogenwahrer Gundobald von Salthel von den befreiten Menschen in den Feuerschlot im Neunaugensee geworfen.
 
Erste Herzogin von Rohals Gnaden wurde die albernische Baronin Selinde von Weidenau (466 - 494 BF). Diese Entscheidung sah man als große Überraschung, galten doch die Nachfahren Grifo des Jungen aus der mächtigen Familie derer von Weiden als Favoriten. Um die Wogen etwas zu glätten ehelichte Selinde mit Wallfried von Weiden einen Abkömmling des Bruders des Grifo. Während ihrer Regierungszeit schloss Rohal der Weise 472 BF den "Weidener Erlass", der die Aufteilung des Herzogtum Weidens in die Grafschaften Bärwalde, Baliho und Sichelwacht festlegte.
 
Selindes Tochter Walla von Weidenau (494 - 511 BF) sollte recht bald nach der Belehnung ihrer Familie bereits das erste Mal Schande über ihren Namen bringen. So soll Walla ein gar mächtiges Hexenweib gewesen sein, das mit böser Magie die guten Feen des heutigen Blautanns korrumpierte. Ihr Sohn Herdan von Weidenau (511 - 562 BF) sollte der letzte der Weidenauer auf dem Thron der Mittnacht sein, nachdem er ohne eigene Erben durch Meuchelhand den Tod fand.
 
Ihm folgte mit Emmeran von Weiden (562 - 596 BF) der erste Herzog aus der mächtigen Baronsfamilie derer von Weiden. Gleichzeitig ein Ur-Enkel der Selinde von Weidenau echauffierte sich innerhalb der Mittnacht niemand über seine Belehnung. Emmeran war es, der den Herzbaum - eine Weide - in der Bärenburg pflanzte. Auch musste sich der beliebte Herzog, zusammen mit seinem Bruder, dem Meister der Senne Orkenwehr 572 BF einiger Schrecken aus dem Neunaugensee erwehren. Er starb 596 BF an den Folgen einer Magier-Schlacht nahe Baliho.
 
Als die Magierkriege im Mittelreich tobten sah auch der Ork wieder seine Chance. 599 BF setzten sich die schwarzpelzigen Heerscharen abermals in Bewegung. Recht schnell fielen große Teile der Grafschaft Bärwalde an den Feind. Auch die Herzogenstadt wurde belagert und teilweise erobert. Während dieser Krise gossen die Zwerge von Angbar 600 BF das Horn Fantholi und machten es der Herzogin Odilia von Weiden (596 - 601 BF) zum Geschenk. Odilia war es auch, die den Orkhäuptling Uschuzzak 601 BF auf den Mauern Trallops erschlug und damit den Wendepunkt im Krieg markierte. Odilia selbst starb ebenfalls an den Wunden des Kampfes.
 
Ihr sollte mit Bernhelm von Weiden (601 - 650 BF) ihr jüngerer Bruder nachfolgen. Große Fußstapfen waren es, die er hatte ausfüllen müssen, doch sollte Bernhelm nichts daran gelegen sein seiner heldenhaften Schwester nachzueifern. Viel mehr ging Bernhelm als ein grausamer Herrscher in die Geschichte ein, der zwei seiner Frauen hinrichten ließ und in einem Anfall von Jähzorn seinen ältesten Sohn eigenhändig erwürgt haben soll. Sein Sohn Odilo (650 - 689 BF) sollte, wie bereits einige seiner Vorfahren auch, ohne Erben versterben was zu einem zweijährigen Interregnum führte.
 
691 BF sollte sich mit Tsadan von Weiden (691 - 711 BF) ein geeigneter Erbe finden. Seine Regentschaft war vom Auftauchen eines Riesenlindwurmes in der Grafschaft Sichelwacht geprägt. 696 BF soll dieser durch den Zorn Alverans getötet worden sein als ein Blitz ihn niederstreckte. Nach der Ereignislosen Regentschaft der Herzöge Jarlan (711 - 732 BF), Selinde II (732 - 740 BF) und Emmeran II (740 - 746 BF) sollte es Herzog Thorulf von Weiden (746 - 797 BF) sein, der als nächstes aus den Nebeln der Geschichte treten sollte. Als sich 755 BF Uhdenberg zusammen mit dem Bornland für vom Mittelreich unabhängig erklärte, war es der Herzog von Weiden, der seine Reichstreue nachdrücklich bekräftigte.
 
Herzog Leuemann von Weiden (797 - 815 BF) begründete in seiner Regierungszeit die bekannte herzogliche Knappenschule auf der Bärenburg. Auch ließ er den Bärenhelm, eine Insignie der Herzöge in Perricum schmieden. Ihm folgte sein Sohn Wallfried II von Weiden (815 - 818 BF) auf dem Thron nach. Die 818 BF in Weiden wütende blaue Keuche kostete gut der Hälfte der Bewohner der Mittnacht das Leben. Dies schloss auch den umstrittenen Herzog ein. Seine Schwester Helmgard (818 - 832 BF) war es, die die Bärenkrone erben sollte. Ihrem Sohn und Nachfolger Grimmwulf von Weiden (832 - 867 BF) sollte in den langen Jahren seines Lebens nie das Glück beschert gewesen sein eine Familie sein Eigen zu nennen - eine Tatsache, die seine abergläubischen Untertanen denken ließ ihr Souverän sei verflucht. Mit Grimmwulf von Weiden erlosch das Herzogengeschlecht derer von Weiden.
 
Selinde III von Löwenhaupt, die Gräfin Bärwaldes und Nachfahrin der Herzogin Selinde von Weidenau wurde vom Rat der Geweihten zur neuen Herzogin der Mittnacht (867 - 910 BF) gekrönt. Sie gilt als die Begründerin der Löwenhaupt-Dynastie Weidener Herzöge. Doch schon mit Wallfried III von Löwenhaupt (910 - 921 BF) sollte sich das junge Glück der neuen Herzogenfamilie ins Gegenteil umschlagen. 919 BF kommen durch die Vermehrung der Neunaugen im Pandlarin Schifffahrt und Seehandel zum Erliegen. Bedingt durch den Entgang der Einnahmen aus dem Handel mit Donnerbach und Niritul fehlte einiges an Gold im herzoglichen Säckel um sich der Raubritter, Goblins und Orks nachhaltig erwehren zu können. So kommt es in den folgenden Jahren immer öfter zu kleineren und größeren Überfällen auf die Lande der Mittnacht.
 
Die darauf folgenden Regierungsjahre Herzog Wallfrieds IV (921 - 981 BF), gemeinhin auch bekannt als "der Feigling" sollten nicht ruhiger Verlaufen. Den negativen Höhepunkt stellten dabei 969 BF die "Ersten Weidener Unruhen" dar. Da der Weidener Landadel immer mehr verarmte begehrten sie gegen den schwachen Herzog auf, der sich dazu gezwungen sag dem "Landrechtsbund" zuzustimmen und seinen Vasallen mehr Mitspracherecht zu gewähren. Mit den Unruhen im Adel ging eine wachsende Zahl von Übergriffen gegen die Elfen einher.
 
Nach der schier endlosen Regierungszeit Wallfrieds IV war es seine Tochter Adilgunde, die 981 BF zu Gunsten von seinem Enkel auf den Thron der Bärenlande verzichten sollte. Der Name ihres Enkels war Waldemar von Löwenhaupt, genannt der Bär - jener Herzog, der das rauhe, liebenswerte Land verkörpern sollte wie kein Herrscher vor und wahrscheinlich auch nach ihm nicht.