Erzelhardt von Graufenbein

Titel: Baron
Lehen: Baronie Rotenforst
Tsatag: 18. TRA 973 BF
Borontag: ING 1036 BF
Familienstand: Verheiratet mit Thargrin Schwertestreich von Silkenau
Nachkommen: Gerbold von Graufenbein
Kurzprofil:

Eigensinniger Sturkopf, der seine Baronie mit harter Hand führte, Verbrecher erbarmungslos jagte und nach seinem teils kruden Gerechtigkeitsempfinden richtete. Mit seiner sturen und selbstgerechten Art eckte Erzelhardt oft an, genoss aber dennoch den Respekt vieler Adelsgenossen, weil er stets aufrecht für seine Prinzipien einstand.
1036 BF ist der Graufenbeiner bei einem Scharmützel in der Heide östlich seiner Baronsburg Praiosingen ums Leben gekommen. Dem ging ein jahrelanger blutiger Streit mit der Familie Rauheneck voran, unter dem alle Bewohner der Baronie litten. Weil er Erzelhardt keinen Erben hatte, wurde das Lehenhernach  neu vergeben --- an seinen Widersacher Widderich von Rauheneck.

 

Erzelhardt von Graufenbein• Name
Erzelhardt von Graufenbein-Drôlenhorst

• Titel
Baron von Rotenforst
Ritter von der Weiten Au

• Wappen
Folgt (siehe rechts)

• Lehen
Baronie Rotenforst (WEI-III-09);

• Geburtsdatum
18. Travia 983 BF

• Familienstand
Verheiratet mit Thargrin Schwertestreich von Silkenau;
ein Sohn: Gerbold von Graufenbein (1023 bis 1033 BF).

• Hauptgottheit
Rondra & Praios

• Beschreibung
Zum Zeitpunkt seines Todes hatte Erzelhardt mit 63 Götterläufen bereits ein gesetzteres Alter erreicht. Seiner von jeher recht eindrucksvollen Erscheinung verlieh das ein Quäntchen zusätzlicher Autorität. Die vielen grauen Strähnen, die sein braunes Haar zierten, kündeten von seiner Reife, ebenso wie es die erste tiefe Falten rings um seine stahlblauen Augen und die schmalen, deutlich nach unten geneigten Lippen herum taten.
Der Baron von Rotenforst konnte mit seinen 179 HF Körpergroße nicht zu den Hünen des weidenschen Landadels gezählt werden. Auch seine Statur war eher schlank denn muskulös, was sicher vor allem darin begründet lag, dass er kein allzu begeisterter Kämpfer war. Zwar drückte er sich nie, wenn es das Heimatland verteidigen hieß – wovon vor allem eine bemerkenswert lange Narbe auf seiner linken Gesichtshälfte kündete –, doch geschah dies meist eher aus der Notwendigkeit heraus und nicht etwa, weil der Kampf ihn mit besonderer Freude erfüllt hätte.

• Aventurische Informationen
Die Sturheit des Rotenforsters und sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn waren in der Sichelwacht legendär. Spätestens in dem Moment, in dem Erzelhardt dem frisch inthronisierten Grafen Bunsenhold die Stirn bot, begriff auch der Letzte, dass mit diesem Mann nicht gut Kirschen essen ist. Erzelhardt machte sich zum Sprachrohr unzufriedener Barone, die gegen einige tatsächlich überaus fragwürdige Erlasse des neuen Grafen aufbegehrten. Dass diese vom Herzogenhof umgehend wieder kassiert wurden, rechnete Bunsenhold in erster Linie dem Rotenforster an und hasste ihn dafür. Viele bewunderten den Mut des Graufenbeiners, andere erklärten ihn für verrückt --- immerhin verdarb er es sich mit einem mehr als undurchsichtigen Lehnsherrn.
In der Rotenforster Heimat schätzten die meisten Vasallen die Unbeirrbarkeit und das harte Durchgreifen ihres Barons. Schließlich führten sie dazu, dass die ständigen Überfälle durch den Rotpelz irgendwann ein Ende fanden. Nach dem Tod seines Sohns und während der daraus resultierenden Fehde mit den Rauhenecks wurden aus Entschiedenheit und Rechtschaffenheit jedoch kalte Wut, Herrschsucht und Willkür. Dem Baron war scheinbar jedes Mittel recht, um den Feind in die Knie zu zwingen und Kollateralschäden interessierten ihn nicht. Am Ende fürchteten viele, ihr Leben zu verwirken, wenn sie nur einen falschen Schritt machten.

• Besonderheiten
Eine Besonderheit Erzelhardts stellten wohl in erster Linie seine inbrünstig gehegten Feindschaften und sein daraus resultierender Tod dar. Im Streit mit dem Grafen steckte er nie zurück und bemerkte nicht einmal, wie sehr er sich damit in Gefahr brachte. Der Starrsinn und die Überheblichkeit des Graufenbeiners sorgten dafür, dass Bunsenhold sich über lange Jahre nicht in den Rotenforster Kleinkrieg einmischte, sondern das Gewese aus der Distanz verfolgte. Es heißt sogar, dass er sich am Ende auf die Seite der Rauhenecks schlug. Weil sich ihm dadurch eine Gelegenheit bot, den lästigen Aufrührer loszuwerden, habe er dessen Gegner insgeheim in dem Bestreben unterstützt, ihren Thron zurückzuerobern.
Das, was Erzelhardt über viele Jahre den Respekt seiner adeligen Nachbarn und der Vasallen einbrachte, hat also am Ende mehr oder minder direkt zu seinem Tod geführt. Damit aber nicht genug: Indem Bunsenhold den Erzfeind des Graufenbeiners auf den Rotnforster Thron hob, verhöhnte er ihn im Nachinein auch noch. Mit Erzelhardts Tod ist die Familie Graufenbein erloschen. Man könnte also sagen, dass er das Schicksl seiner Blutlinie mit seinem unverbesserlichen Dickschädel besiegelt hat.

• Meisterinformationen
In seinen letzten Jahren auf Dere hat der Glaube Erzelhardts an die Zwölf im Allgemeinen und Rondra und Praios im Speziellen arg gelitten. Neben dem Tod einiger enger Freunde und dem ständigen Kampf gegen die anbrandende Rotpelzflut, musste er den Verlust seines einzigen Sohns verkraften. Die Schuld daran gab er nicht nur den Rauhenecks, auf deren Land der Junge starb, sondern ein Stück weit auch den Göttern. Stellten sie ihn etwa auf die Probe, obwohl er ihnen stets ein treuer Diener gewesen war?
Im Kampf gegen die Rauhenecks versicherte sich Erzelhardt zwar der Unterstützung der Praioskirche. Anders als seine Frau tat er das aber nicht etwa, weil er dem Heidentum auf seinem Land Einhalt gebieten wollte, sondern allein, weil die Leute des Saltheler Hochgeweihten schlagkräftige Verbündete waren. Im Kampf gegen die Abtrünnigen erwiesen sie sich zudem alles andere als zimperlich und waren damit sehr wertvoll.

• Stärken
Seine bestimmte, zugleich aber offene und ehrliche Art hat Erzelhardt in den Weidenlanden viele Herzen geöffnet und unter aufrechten Gesellen für große Anerkennung gesorgt. Der Graufenbeiner handelte nur, wenn er voll und ganz von der Richtigkeit seines Tuns überzeugt war --- dann aber mit einer Konsequenz und Unerbittlichkeit, die so manchen das Fürchten lehrte.

• Schwächen
Bei allem Durchsetzungsvermögen war Erzelhardt nicht gerade jemand, der mit Witz oder geistiger Flexibilität zu begeistern wusste. Die letzte Eigenschaft ist aber ein hervorstechendes Charaktermerkmal seiner Gattin. Diese Erkenntnis nutzte sie, um ihn immer mal wieder zu ihrem, nicht aber unbedingt zu seinem Vorteil zu beeinflussen.

• Hauszugehörigkeit und wichtige lebende Verwandte
Zugehörigkeit zum Haus Graufenbein und zum älteren Haus derer von Drôlenhorst. Das Haus Graufenbein ist mit Erzelhardts Tod erloschen. Vom älteren Haus Drôlenhorst ist nur noch Geron III. übrig --- angehender Baron von Ingerimms Steg und Sohn Fenn Weitenbergs von Drôlenhorst-Rabenmund.

• Freunde & Verbündete
Sirlan Schwertestreich von Silkenau, ehemaliger Baron von Drachenstein und Heermeister der Sichel (1030 BF gestorben) sowie Tûan Firnbold von Erlbach, Baron zu Schwarzenstein.

• Feinde & Konkurrenten
Erzelhardt lag in einem immerwährenden Kleinkrieg mit den Lehnsleuten im äußersten Südosten Rotenforsts, dem Adelsgeschlecht derer von Rauheneck. Nach dem Tod seines Sohns Gerbold eskalierte der und führte schließlich zu seinem Tod. Außerdem pflegte der Graufenbeiner eine Feindschaft zu Graf Bunsenhold von Wolkenstein und Wettershag, zur Herrscherin der Nachbarbaronie Hahnfels und zu allen Goblins, die es wagten, sein Land zu betreten.

• Kurzcharakteristik
Meisterlicher Schwertkämpfer, durchschnittlicher Lehensherr und erfahrener ‘Waldläufer’

• Herausragende Eigenschaften
Mut, Intuition;
Aberglaube, Jähzorn, Gerechtigkeitswahn

• Herausragende Talente
Schwerter, Körperbeherrschung, Reiten, Etikette, Menschenkenntnis, Götter & Kulte, Rechtskunde, Staatskunst

• Beziehungen
... zum Sichelwachter Adel: hinlänglich

• Finanzkraft
Gering bis hinlänglich

• Eindruck gefällig?
Briefspielgeschichten: Raubgesindel 1030 BF, Anthologia Rubrasylvana 1030 bis 1034 BF (Sichelwacht)