Der Rotenbronn

Anrainerbaronien: Rotenwasser
Zuflüsse: diverse Gebirgsbäche und unterseeische Quellen
Häfen: winziger Fischerhafen nahe Burg Rotfels
Besonderheiten: Liegt umgeben von den hohen Gipfeln im Herzen von Sokramurs Klaue; Rotwassen und einige gebildete Zeitgenossen halten den Rotenbronn für den Quellsee des Rotwassers, Wîtsilla (Wasserfälle)

 

Umgeben von gut einem halben Dutzend himmelhoher Gipfel liegt der Rotenbronn im Herzen von Sokramurs Klaue.
Oberflächlich betrachtet, scheint es sich beim Rotenbronn um einen einzigen, langgezogenen See am Grunde eines Hochtals zu handeln. Tatsächlich besteht der Rotenbronn jedoch aus einer Reihe von Seen, die über verschiedene Geländesprünge miteinander verbunden sind.

Letztere sind auch für den Wîtsilla, die sichelförmigen Wasserfälle zwischen oberem und mittleremTeilsee verantwortlich. Zwei bis drei Schritt fällt das Wasser entlang zweier annähernd sichelförmigen Bruchkanten von jeweils annähernd einem Dutzend Schritt Länge in den tiefer gelegenen Hauptsee des Bronns. Zu Zeiten der Schneeschmelze oder nach ergiebigen Regenfällen donnert der Fall weiß schäumend hinab. In der übrigen Zeit ist er ein freundlich gurgelnder Katarakt, der sich über einige Felsformationen in den See ergießt.
Eine besondere Attraktion ist die jährliche Wanderung der Lachse zum oberen See. Bären, Adler, Goblins und Menschen tummeln sich dann gleichermaßen an den Fällen, um die prall mit Rogen gefüllten Lachse zu erhaschen. Von jeher sind die Fälle daher auch eine Stätte des Kampfes, des Blutes und der Todes. Es vergeht kaum ein Jahr, da die unterschiedlichen Jäger nicht im Kampf um die Beute übereinander herfallen. Sehr zur Freude der Lachse, die dann ungefährdet ihre Laichgründe erreichen.

Der Rotenbronn speist sich aus einer Vielzahl kleiner Gebirgsbäche, die von den umgebenden Bergen herabrinnen, wie auch durch unterseeische Quellen, von denen die stetigste am tiefen Grund des Hauptsees liegen und die mystische Quelle des Rotwasser sein soll. So zumindest sehen es die Rotwassen und ihre Barone.

Der Wasserpegel der beiden Randseen (Ober- und Untersse) wandelt sich mit den Jahreszeiten und erreicht im Hochsommer seinen tiefsten Stand. Der Hauptsee, auch Rotborn oder schlicht Bronn genannt, zeichnet sich hingegen durch einen gleichmäßigen Pegel aus.

Fische leben in allen drei Seen, wiewohl nur im Rotborn gefischt werden darf. Rotaugen fühlen sich hier sehr wohl, doch vor allem Forellenfische schätzen das klare, gleichmäßig kühle Wasser des Rotenbronns und so können sich die Barone von Rotenforst von jeher an See- und Bachsaiblingen, Bach-, See- sowie Regenforellen laben. Groppen und Elritzen kommen ebenfalls vor, werden aber kaum gefischt. Nahe Burg Rotfels gibt es gar eine kleine Fischzucht, in der der barönliche Fischer vornehmlich Rotaugen sowie Forellen züchtet, auf dass sie lebend und in Fässer gepackt eilig zu Tale und zum Markt in Baliho oder gar bis in die Burgen von Grafen und Herzogin gebracht werden.

Doch der Rotenbronn ist auch die Heimat allerlei seltsamer Wesen, wie einer erstaunlich standorttreuen Familie von Quellnymphen an der schwer zugänglichen Westseite des Wîtsilla. Darüber hinaus gibt es einige langlebig bis unsterblich erscheinender Fischwesen und – so heißt es – ein Rotauge, das sage- und schreibe über zwei Schritt und damit viermal so groß sein soll, wie eine normales, ausgewachsenes Rotauge.