Getreue Feinde

Getreue Feinde ist eine kleine Briefspielaktion, die sich ausgehend vom folgenden Fantholi-Artikel entwickelt hat. Obgleich schon etliche Jahre alt, wirkt diese Begebenheit bis ins aktuelle Briefspiel nach ...
(Autoren: Jens-Arne, Daniel, Nics und Katja)

Praiosmissionierung in Weiden schreitet weiter fort

Salthel. Am 23. Travia kam es in Salthel nicht nur zu einem schrecklichen Mord, sondern es wurde auch etwas viele Erfreulicheres begangen: Die Eröffnung des neuen Praiostempels.

Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist er zwar kleiner als andere, am Götterplatz stehende Gebäude der Zwölfe, übertrifft diese an Prunk und Pracht jedoch um ein Vielfaches – nicht zuletzt durch die beiden 3 Schritt großen, auf einem 155 Schritt hohen Sockel stehenden Statuen des Hohen Drachen Branibor und des Marschalls der Greifen Garafan, die beide mit Blattgold überzogen sind.

Der zuvor angereiste Hochgeweihte von Trallop, Dolgon vom Hohenweiden, ließ zu Sonnenaufgang eine Prozession durch die Stadt ziehen, an deren Spitze ein Lakai alle zwölf Schritte einen vor ihm hergetragenen Gong schlug. Ihm nach folgte ein Gurvaniat* der die für diesen Anlaß geschriebenen Choräle vorsang. Begleitet wurde er von einem Chor, bestehend aus zwölf Mädchen und zwölf Jungen – allesamt zwölf Götterläufe alt – die in weiß-goldene Laienornate gekleidet waren. Eine offene goldene Sänfte, getragen von sechs, in weiße Tuniken gehüllten Männer und Frauen, über die ein goldenes Sonnensymbol ragte, folgte. Dolgon von Hohenweiden ließ sich mit ausgebreiteten Armen von den Bürgern huldigen** und in seinem Großmut schenkte er dem einen oder anderen einen lächelnden Blick. Hinter der Sänfte schritt der neue Hochgeweihte – noch barfuß und in ein einfaches Gewand gehüllt – einher, demütig das Haupt gesenkt. Ihm folgten in gestrenger Formation noch einige Bannstrahler, die die Prozession abschlossen.

Auf dem Götterplatz angekommen segnete der Hochgeweihte den Praiostempel in einer auf Bosporano abgehaltenen Zeremonie ein und führte die Gläubigen in den Tempel. In einer würdigen Andacht, in Folge derer der neue Hochgeweihte mit seinen Insignien und passendem Ornat versehen wurde, übergab Dolgon von Hohenweiden das Praioshaus in die Obhut von Hensgar „Preisepraios“ von Waldenkamm, der in der Sichelwacht vor allem als Wanderprediger bekannt war.

Dieser ließ gleich alle Anwesenden wissen, was von ihm zu erwarten ist, denn er hielt – ebenfalls auf Bosporano – eine flammende Predigt, die den weit verbreiteten Rondraglauben zum Thema hatte, den er aber für eine irregeleitete Glaubensrichtung hält.

Als erste Amtshandlung salbte er den jungen Baron zu Herzogenthal, nachdem dieser von der Herzogin die Baronskrone erhalten hatte.

Jens Arne Klingsöhr (Fantholi Nr. 29)


*Die Gurvaniaten beschäftigen sich mit der Rekonstruktiuon verloren geglaubter Choräle des heiligen Gurvan, schreiben aber auch neue – im Stil den Originalen sehr ähnlich. Die Gurvaniaten haben ein Kloster in Uhdenwald und eines in der Stadtmark Trallop, das jedoch noch nicht gänzlich fertiggestellt ist.
**Aufgrund der kritischen Haltung in Salthel gegenüber der Praioskirche war aber das einfache Volk nicht so zahlreich erschienen, wie von der Kirche erhofft. Allerdings waren viele Adlige und Schaulustige anwesend.