Der Orden des Heiligen Beon von Havena

Geschichte des Ordens:

Gegründet wurde der Peraineorden im Götterlaufe 727 BF, an eben jenem Ort, wo sich noch heute das Stammkloster erhebt. Der Ordensgründer Beon fand erst spät zum Glauben. Der prunksüchtige Sohn eines Havener Kaufmanns zog als junger Mann durch die Lande auf der Suche nach Abenteuer und Reichtum. Doch ein einschneidendes Erlebnis mit der gütigen Göttin veränderte sein Leben: Sein Glaube an Peraine hatte ihm die Kraft gegeben, eine lange Gefangenschaft bei Piraten zu überleben. Nach seiner Befreiung beschloss Beon, fortan den Menschen zu helfen, wo er nur konnte, vor allem dem einfachen Volk. Er erlernte die hohe Kunst der Heilkunde und suchte nach Erkenntnissen, um den Ackerbau noch perainegefälliger zu gestalten. Mit der Zeit schlossen sich ihm immer mehr Gefährten an. Sie folgten seiner Lehre, lebten wie er in demütiger Armut und Enthaltsamkeit und halfen den Menschen. Sie strebten weder nach Macht noch Reichtum, sondern nach der Erfüllung eines perainegefälligen Lebens.
Der Wille der Gütigen führte sie schließlich ins Weidener Land. Vom weisen Herzog Jarlan von Weiden erhielten sie ein Stück Land, um sich niederzulassen, und so ward 727 BF der Beoniter-Orden zu Beonfirn gegründet. Nicht lange nach seinem Tod im Alter von 77 Sommern wurde Beon von Havena ob seiner vielen guten Taten von der Perainekirche heilig gesprochen. Die Klostergemeinschaft blühte seither immer mehr auf und gewann neue Brüder und Schwestern hinzu.

Viele Äbte und Äbtissinen standen seither dem Orden vor. Der bekannteste von ihnen war wohl der Ehrwürdige Abt Tannfried Erlheim, der im Lauf seines Lebens zwei große Wunder gewirkt hatte, die viele Menschen vor den brandschatzenden Schwarzpelzen im 2. und 3. Orkkrieg bewahrt hatten. Nach seinem Tod 1026 BF wurde Waidgunde Firunsbrugg als seine Nachfolgerin gewählt.

Eine herausragende Leistung des Ordens war, dass es ihm im Orkkrieg 1010 bis 1012 BF gelang, die in Brachfelde wütenden Zorgan-Pocken einzudämmen und viele Kranke vor dem Tod zu bewahren. Für viele unerklärlich blieb dabei die Tatsache, dass sowohl das Kloster als auch das Dorf Beonfirn in dieser Zeit von den Orks völlig verschont blieben, während andere Dörfer wiederholt überfallen oder gar niedergebrannt wurden.

Momentan gehören dem Orden etwa 60 Brüder und Schwestern an, ein Großteil von ihnen lebt im Kloster zu Beonfirn, einige wenige in den Ordenshäusern des Ordens. Zum Beispiel in Balsaith, Schneehag und an anderen Orten. Etwas mehr als ein Dutzend leben im Kloster Beonsquell in der Stadtmark Trallop, dass im Peraine 1029 BF fertiggestellt wurde. Nur etwa jedes sechste Ordensmitglied ist der Peraine geweiht.
 

Arbeit und Lehre des Ordens:

Es überrascht nicht, dass der Orden bei Volk und Adel gleichermaßen hohes Ansehen genießt.

Die Grundsätze der Lehre des Ordens lauten dabei wie folgten:
Die drei Stützen des Lebens sind Arbeit, Wissen und Glauben. Sie bilden den Kreislauf des Lebens!
Die Arbeit ist die lebenserhaltende Stütze: Nur durch Fleiß und Selbstdisziplin schafft der Mensch für sich und seine Nachkommen ein Leben. Er befindet sich im Zustand des Schlafens.
Das Wissen ist die lebensverbessernde Stütze: Der menschliche Geist strebt nach Wissen, um die Bedingungen seines Lebens zu verbessern. Er erkennt allmählich die Bedeutung der Dinge, die die Götter gegeben haben. Er befindet sich im Zustand des Erwachens.
Der Glaube ist die moralische Stütze: Er zeigt dem Menschen, wonach er in seinem Leben streben soll. Der Glaube sorgt sich um das Seelenheil und bestimmt das göttergefällige Leben. Der gläubige Mensch befindet sich im Zustand des Wach seins!   

Denn die Beoniter streben danach, sowohl ihre drei elementaren Grundsätze Arbeit, Wissen und Glauben in einen perfekten Einklang miteinander zu bringen als auch den Menschen zu helfen. Dies spiegelt sich in der alltäglichen Arbeit der Brüder und Schwestern wieder: Sie heilen Kranke und lindern die Schmerzen der Gebrechlichen, sie helfen den Bauern bei der Aussaat und geben hilfreiche Anregungen, um die Ernte zu verbessern.
Jedes Ordensmitglied versucht nach folgenden Grundsätzen zu leben:
"So wie es Peraine tut, soll auch der Mensch das Leben hüten, und seine Pflege soll den Pflanzen und Tieren und den Menschen gelten. Ein erfülltes Leben voller guter Taten ist wie ein recht bestelltes Feld: Ein Schatz für sich. Peraines pflegende Handt wird sich um die Seelen der Verstorbenen kümmern."

Den Beonitern ist Gelehrsamkeit ein wichtiges Ziel. Daher werden nicht nur den Ordensmitgliedern Lesen, Schreiben und einfache Regeln des Rechnens vermittelt, sondern auch den Gläubigen, die sich dieses Wissen aneignen wollen, während sie einige Wochen im Kloster Buße tun. Die Mönche und Nonnen trachten danach, umfangreiches Wissen in Ackerbau, Pflanzen- und Heilkunde zu sammeln, und ziehen daher immer wieder auf Reisen in ferne Länder, um dort neue Erkenntnisse zu gewinnen. Sie versuchen, die Krankheiten, die die Menschen plagen, besser zu erforschen und stellen auch neue Tränke, Salben und Tinkturen zusammen. Eine ihrer Erfindungen ist z. B. Blaues Sompalit, eine Heilsalbe aus Donf und Traschbart, die speziell gegen das Sumpffieber (Brabaker Schweiß) hilft und die Wirkung des Fiebers auf einen Tag begrenzt. Die Salbe ist von tiefblauer Farbe und verströmt einen eigenwilligen, strengen Geruch.

Die Mönche und Nonnen leisten allein dadurch Bekehrungsarbeit, dass sie mit ihrer tugendhaften, perainegefälligen Lebensweise den Menschen ein Vorbild sind. Natürlich sind sie gehalten, sich mit wohlüberlegten Argumenten mit kritischen Stimmen auseinander zu setzen. Sie respektieren jedoch die Meinung anderer und verlassen sich auf die Fähigkeit zur Einsicht, die die wahrhaft Gläubigen irgendwann in den Schoß ihrer Gemeinschaft rufen wird.

 

Ordensleitung und "Kreis der Wissenden":

Ordensvorsteherin ist die Ehrwürdige Äbtissin Waidgunde Firunsbrugg. Sie wird vom „Kreis der Wissenden“ beraten, der aus sechs Mitgliedern besteht, die dem Orden am längsten angehören:

  • Aldron Comerius gilt als besonderer Fachmann in der Seelenheilkunde. Er entdeckte u. a. das „Tobrische Wirren“ und verfasste darüber ein Tractatum, das dem Orden einigen Ruhm einbrachte. Beim „Tobrischen Wirren“ handelt es sich um eine Seelenkrankheit, die bei Kriegsflüchtlingen festgestellt wurde und sich in Angstzuständen und wiederkehrenden Alpträumen äußert.
  • Ailfir Bärnstein ist bewandert in den Künsten der Pflanzenkunde und des Ackerbaus.
  • Gernlind Burggrimm ist Fachkraft für die Heilung von Wunden und Verletzungen sowie für die Verarbeitung und Wirkung von Heilkräutern.
  • Tiro Donnerstein ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Alchimie und Trankbrauerei.
  • Anselmus Birkenhilf ist der Leiter des Ordenshauses zu Balsaith und deshalb vor allem bewandert in der Heilung von Wunden und Krankheiten.
  • Perainia Bachfrau ist nach dem Tod des Abtes Erlheim in den Kreis der Wissenden nachgerückt. Sie ist sehr bewandert in der Kräuterkunde und der Erforschung von Krankheiten.

Eine weitere Würdenträgerin gibt es für die Stadtmark Trallop: Oleana von Korninger, die Mutter eines märkischen Ritters, ist die „Ehrwürdige Mutter der Stadtmark Trallop“ und steht dem Kloster Beonsquell vor.

 

Auftreten und Erscheinungsbild der Beoniter:

Die Bekleidung der Ordensmitglieder ist einfach und zweckmäßig, denn sie soll in erster Linie gegen das strenge Weidener Klima schützen. Jeglicher Zierat ist verpönt; der einzige Schmuck der Beoniter besteht in ihren Wanderstäben, in die sie heilige Symbole der Peraine einschnitzen. Hinsichtlich ihrer Stellung im Orden lassen sich die Beoniter nur anhand der Farbe ihrer schlichten Kutten unterscheiden:
Dunkelgrau (für Ordensanwärter während des einjährigen ‚Noviziats’)
Dunkelbraun (einfache Ordensmitglieder)
Hellbraun (für regionale oder Klostervorsteher)).
Dunkelgrün (für den „Kreis der Wissenden“ und die Äbtissin)

Heiligste Reliquie ist der ‚Stab des Hl. Beon’, der über 300 Götterläufe zählende, reich beschnitzte Wanderstab des Ordensgründers, der als Amtszeichen der Ordensvorsteherin gilt. Ihm werden starke perainegefällige Kräfte zugeschrieben.

 

Die Klosteranlage zu Beonfirn:

Das Gründungskloster der Beoniter besteht nun schon seit etwa 300 Götterläufen. Die alte, relativ weitläufige Anlage, die von einer 2,5 Schritt hohen Steinmauer umschlossen wird, strahlt eine Würde aus, die einem Kloster der Peraine angemessen ist.
Das hervorstechendste Merkmal und Wahrzeichen des Dorfs Beonfirn ist der bereits von weitem sichtbare steinerne Rundturm. Er ist etwa 20 Schritt hoch und durch Holzböden in 5 Stockwerke unterteilt, die von innen mit Leitern verbunden sind. Der Eingang liegt bemerkenswerte 3 Schritt über dem Boden und ist nur über eine Leiter zu erreichen. In Kriegszeiten dient der Turm als Zufluchtsort und Wachturm. Sobald die Mönche die wertvollen Bücher aus der Bibliothek in den Turm geschafft haben, wird die Leiter eingezogen.
Hauptbestandteil der Anlage ist jedoch das große steinerne Haupthaus. Hier befinden sich seit jeher der Tempel, die Bibliothek, die Küche, der Speisesaal, der Andachts- und Beratungsraum des „Kreises der Wissenden“, das Arbeits- bzw. Audienzzimmer der Äbtissin sowie ihr Schlafgemach. Im Tempel findet sich neben dem Peraine-Altar auch ein Heiligenschrein des Ordensgründers. Ein kleiner Nebenraum dient als Sakristei.
Die Bibliothek ist aufgrund ihrer zahlreichen Schriften zu Pflanzenkunde, Heilkunde und Ackerbau weit über die Grenzen der Baronie hinaus bekannt. Hier werden die Beoniter unterrichtet und finden sich auch zum Studieren und Kopieren der kunstvollen Schriften ein. Wichtigste Bücher sind die Chronik der Beoniter „Vom Wirken der Göttin“ und das Gebets- und Lehrbuch „Die helfende Hand“.
Die Beoniter schlafen in einem Dormitorium. Auch Durchreisenden wird hier gerne ein Schlafplatz gewährt.
Weiterhin gibt es mehrere hölzerne und fachwerkene Arbeitshäuser, die teils als Scheunen, Schuppen oder Speicherhäuser dienen. Hier gibt es Werkstätten und sogar ein kleines Labor, wo man bekannte und neue Salben, Tränke und andere Dinge zusammenmischt, sowie eine Stube für Kranke und Gebrechliche. 

 

Das Kloster zu Beonsquell:

Vom Herbst 1025 BF bis Peraine 1029 BF erbaute der Orden in der Stadtmark Trallop ein neues Kloster, das unter der Leitung der „Ehrwürdigen Mutter der Stadtmark Trallop“ Oleana von Korninger steht.
Diese Anlage besteht aus einem großen steinernen Hauptgebäude, das ebenfalls Tempel, Bibliothek, Schlafsaal, Küche, Speisesaal, Labor und Krankenstube sowie die Privaträume der Klostervorsteherin beherbergt, darüber hinaus aus einem großen Stall und dem für die Beoniter typischen Fluchtturm. 
Trotzdem erreicht Beonsquell lange nicht die Größe des Stammklosters in Beonfirn. Beherbergt aber immerhin über ein Dutzend Brüder und Schwestern des Ordens.