Junkergut Uhlengrund

Grafschaft: Sichelwacht
Baronie: Hahnfels
Gutsherr: Bärfried von Sunderhardt
Einwohner: knapp 100
Orte: Uhlengrund (eine Ansiedlung von Jägers- und Köhlerfamilien)
Tempel: Schrein des Firun und der Peraine
Garnison: Zwei Waffenknechte
Landschaft: Das Lehen erstreckt sich über ein mit dichten und düsteren Wäldern bedecktes Tal am Fuße der wilden Vorgebirgslandschaft der Roten Sichel, das allem Anschein nach nie einer Urbarmachung unterworfen wurde.
Besonderheiten: Der Uhlengupf, ein extrem flacher Berggipfel.

 

Beschreibung:

Das Junkergut Uhlengrund liegt in den praioswärtigen Ausläufern der Roten Sichel in der Baronie Hahnfels. Es erstreckt sich über ein schwer zugängliches, von dichten und düsteren Wäldern bedecktes Tal, das den Einheimischen seit jeher als "Uhlengrund" bekannt ist. Woher das Tal seinen Namen hat, erschließt sich dem Interessierten mit einem Blick von der Talsohle aus gen Firun; dort kann man mit dem Uhlengupf nämlich ein Kuriosum der Sichler Bergwelt erblicken. Der Gipfel besticht nicht etwa durch seine Höhe, sondern durch seine extrem flache, beinahe schon rundliche Form - ein äußerst merkwürdiger Anblick, der zur Folge hat, dass sich viele Legenden um den Gupf und das Tal zu seinen Füßen ranken.
 
Der Wald, der das Tal bedeckt, sollte nach Möglichkeit nicht ohne einen Ortsunkundigen betreten werden. Auch wenn die wenigen Wege allesamt gut auszumachen sind, gibt es im Forst unzählige Wurzelbolde und Waldgeister, die gerne ihren Schabernack mit den Menschen treiben und sie so ins Verderben führen.

Betreten kann man das Tal am Einfachsten aus dem Praios kommend über einen mehr schlecht als recht ausgetretenen, aus Drachenstein kommenden Trampelpfad, der in seiner Breite und Beschaffenheit gerade noch ausreicht, um von einem Karren befahren werden zu können. Von Firun kommend muss der Wanderer sich den Anstrengungen des Eulenstieges aussetzen, welcher von Tatzelschlund nach Uhlengrund führt und nur von Anfang Phex bis Ende Travia gangbar ist.
 
Jene beiden Wege sind neben dem Weiler Uhlengrund die einzigen Zeugnisse menschlicher Besiedlung in einem von der wilden Natur beherrschten Tal, das allem Anschein nach nie einer Urbarmachung unterworfen wurde. Einzig das unmittelbare Umland des Weilers im firunwärtigen Teil des Uhlengrundes wurde bereits vor Jahrhunderten gerodet.
 
 
Land und Leute:
Die Bewohner des Uhlengrundes sind einfach, fleißig und arm. Nur selten werden sie mit fremden Menschen konfrontiert, weswegen sie in den wenigen Fällen einer Begegnung einen nicht gerade gastfreundlichen Eindruck machen. Fremde, die ungefährlich wirken, werden zwar vorsichtig und kühl behandelt, aber trotzdem bewirtet und mit überlebenswichtigen Gütern und Ratschlägen bedacht, während gefährlich oder exotisch wirkende Besucher nichts als Ablehnung zu spüren bekommen. Die Uhlengrunder sehen sich als große Familie, in der jeder für den Anderen da ist. Bedingt durch die Tatsache, dass nur selten eheliche Verbindungen mit Menschen aus den Nachbartälern entstehen, kann man die Dörfler auch faktisch als große Familie bezeichnen, ist doch schließlich jeder irgendwie mit jedem verwandt.
 
Die Welt dieser rückständigen Menschen umfasst nur das eigene und in manchen Fällen noch ein bis zwei weitere Täler, weswegen es nicht verwundert, dass kaum ein Uhlengrunder das Tal seiner Vorfahren je einmal verlässt, geschweige denn Interesse oder gar Kenntnis darüber besitzt, was außerhalb der Baronien Hahnfels und Drachenstein geschieht. Ebenso beschränkt wie sein Weltbild, ist auch das Götterbild des Uhlengrunders. Kaum einer kann mehr als vier der Zwölfe und deren Attribute aufzählen. Einzig Firun und Peraine genießen genügend Verehrung, dass deren Aspekte jedem im Weiler bekannt sind. Wobei man sagen muss, dass sie in deren Verehrung gar Ähnlichkeiten zur Glaubenswelt der Goblins aufscheinen lassen. Die Menschen Uhlengrunds leben vor allem von der Jagd, der bescheidenen Zucht von Kleinvieh und den ebenso bescheidenen Erträgen der kleinen, hauseigenen Kräutergärten.
 
Wehrgut Dragenwaht, Bild von Markus Pernhart (1824-1871, Schutzfrist abgelaufen, gemeinfrei)Der Weiler und das Wehrgut:
Der Weiler schmiegt sich im firunwärtigen Teil des Tales an den sanften Hang eines Ausläufers der Roten Sichel. Am höchsten Punkt befindet sich der alte Wehrturm Dragenwaht, der seit jeher den Stammsitz der Familie Sunderhardt darstellt und der Legende nach von rondratreuen Recken während der Priesterkaiserzeit gefunden wurde. Erst viele Götterläufe später wurde der trutzige Turm um ein steinernes Gutshaus ergänzt und fortan als Vorposten gegen die renitenten Rotsichelgoblins und einen von Rotpelzen verehrten und von Menschen gefürchteten Tatzelwurm genutzt.
 
Nach dessen Tod und dem Einzug der ersten Junker begannen sich immer mehr Menschen im Schatten des schützenden Wehrturmes anzusiedeln. Meist waren es einfach Jägers- und Köhlerfamilien, die nun schon seit Jahrhunderten in einfachen Holzhütten und Katen innerhalb der schützenden Palisaden des Weilers leben. Neben dem Familiensitz der Junker von Uhlengrund findet sich mit dem Schrein des grimmigen Jägers nahe der Palisade nur ein weiteres komplett aus Stein erbautes Gebäude. Schenken oder Tavernen sucht der Reisende im Weiler vergebens.

Persönlichkeiten:
  • Bärfried Rondradan von Sunderhardt: ist der umtriebige Junker von Uhlengrund. Lange Jahre machte er mit seinen Getreuen den Sieben-Baronien-Weg unsicher und zwang sich den Reisenden als Geleitschutz auf oder hob den Goblinzehnt ein, ohne dazu befugt zu sein.
  • Branda Rechhilde von Trenck: die Gemahlin des Junkers ist die Stimme der Vernunft in Uhlengrund.
  • Firnmar: der alte Waffenknecht ist die rechte Hand des Junkers und vertritt ihn bei Abwesenheit auf dem Gut.